Willanders – Rechts vor Links

2. März 2017

Unsere Perspective

Meinungsfreiheit wird bald nur noch Geschichte. Perspective heißt das Werkzeug, das der Meinungsfreiheit alle Perspektiven rausschneiden wird. Google hat eine Software entwickelt, die das Zensieren von Kommentaren in den elektronischen Medien erheblich beschleunigen soll. Linke US- und andere englischsprachige Medien – NewYorkTimes, The Guardian, The Economist und andere – hätten sehr erfreut darauf reagiert. Sie setzen diese testweise bereits freudig ein und berichten völlig aufgelöst, wie einfach es ist, unliebsame Kommentare ausfindig zu machen und zu löschen. Das alles im Namen von „gesunden Online-Diskussionen“, wie ein Sprecher der Entwicklerfirma betont. Natürlich. Und um die armen Richtigmeiner zu schützen, die dort ohne jede Trigger Warnung anderen, verschiedenen Meinungen ausgesetzt sind, ohne die Möglichkeit zu haben, in einen Safe Space flüchten zu können.
Entlarvend finde ich die Aussage des Entwicklers dieser Zensursoftware: “News organisations want to encourage engagement and discussion around their content, but find that sorting through millions of comments to find those that are trolling or abusive takes a lot of money, labour and time,” said Jared Cohen, president of Jigsaw, the Google social incubator that built the tool.
Entweder sind diese „toxischen“ Kommentare so selten, dann lohnt es nicht, diese mit derartigem Aufwand zu jagen; oder sie sind dermaßen häufig – aber dann findet man sie leicht bloßem Auge, wozu dann dieser Zensur-Algorithmus?
Typisch für Google wird diese Software frei erhältlich sein, jeder darf sich bedienen und sich als Zensor wie ein totalitärer Herrscher fühlen. Google und andere Zensoren reagieren damit auf die Forderung der EU und vor allem der Deutschen, Mißliebige Informationen binnen 24 Stunden zu löschen. Orwell, ick höre dir trapsen.

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4. November 2016

Petaflops und Quantum-Teleportation – Made in China

Im letzten Beitrag habe ich vom Paradigmenwechsel in der Geopolitik geschrieben, von der schwindenden Rolle der USA und dem Aufstieg Chinas. Um das ganze ein wenig zu untermauern, möchte ich heute zwei Beispiele für Chinas wachsende Stärke kurz erwähnen, die in den deutschen Medien fast oder gänzlich untergegangen sind. Diese Beispiele für Chinas Entwicklungsstand mögen beispielhaft den gegenwärtig stattfindenden Paradigmenwechsel erklären. Während ganz Deutschland um den Flüchtling kreist, bringt China einen Satelliten nachdem anderen in den Orbit und enteilt dem Rest der Welt. Während wir gebannt auf unsere irdische Katastrophe starren, blickt China in die Zukunft und enteilt anderen Ländern mit Sieben-Petaflop-Stiefeln.

sat-chinaIch habe jetzt nicht danach gegoogelt, aber ich kann mich nicht erinnern, darüber was in deutschsprachigen Medien gelesen zu haben. Im August hat eine chinesische LangerMarsch-D2-Rakete einen Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht, der im Rahmen des Quantum Experiments at Space Scale (QUESS)-Programms in einer zweijährigen Mission eine „unhackbare“ Quanten-Kommunikation herstellen und „absolut abhörsichere“ Informationspakete zur Erde senden soll. Außerdem soll dieses Programm Einsichten in das Phänomen der Quanten-Verschränkung liefern, eines der geheimnisvollsten Physik-Phänomene. Der Satellit umkreist die Erde in 500 Kilometer Entfernung und vollendet jede Umkreisung alle 90 Minuten.

Bei Erfolg dieser Mission soll Mozi – dem nach einem altertümlichen chinesischen Wissenschaftler genannten Satelliten – eine Flotte von etwa 20 Klonen folgen, welche ein superschnelles und -sicheres, weltumspannendes Kommunikationsnetzwerk bilden soll. Sollte diese Technologie funktionieren, dann wird China diese wohl weltweit vermarkten – und auch kontrollieren. Die bisherige wird dann sofort unbrauchbar sein und ein Nischendasein fristen wie die Schallplatte nach Einführung des MP3-Players. NSA und Konsorten können dann einpacken. Das US-Monopol auf Kryptographieren und Abhören weltweit jeder Kommunikation ist dann Geschichte – es ist dann in den Händen Chinas. Auf dem Gebiet der Quantum-Kommunikation hinken die USA Jahre hinterher. (Links dazu: hier, hier, hier, hier und da)

Diese Nachricht war im Sommer irgendwo zwischen entlaufenen Zoo-Zebras und „Flüchtlingen“, die einen gefundenen Koffer mit einer Million Euro bei der Polizei abgeben, versteckt. China läuft beim Bau von Supercomputern den USA den Rang ab. Der aktuell schnellste Rechner der Welt lässt seine Verfolger weit hinter sich – und arbeitet erstmals ausschließlich mit in China hergestellten Prozessoren (übrigens eine Folge des Handelsembargos auf „strategisch wichtige“ Produkte; die US-Regierung hat Intel verboten, seine Chips nach China zu liefern, also entwickelten die Chinesen einen eigenen Prozessor). Mit 93 Petaflops (Billiarden von Kalkulationen in der Sekunde) ist der Supercomputer fast drei Mal schneller als der vorherige Spitzenreiter. Tianhe-2 (auch chinesisch, allerdings mit Intel-Chips), hieß der bisherige Spitzenreiter, seine 33,86 Petaflops reichen aktuell immer noch zum zweiten Platz in der Rangliste. Mit riesigem Abstand folgen auf Plätzen 3 und 4 amerikanische Rechner.

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