Willanders – Rechts vor Links

23. Oktober 2019

Wie eine Hose mit einem Beinteil

Nach meinem Kommentar zu Leninthink, habe ich mich gefragt, wie es kommt, dass diese kranke Denke überhaupt Anhänger findet, immer und immer wieder, und nicht in der Versenkung verschwindet, wo sie hingehört, wie viele andere irrationale Irrungen in der Vergangenheit.

Ein Mensch – ein ausgedachter Mensch – in einem Gefängnis geboren, von unschuldig eingekerkerten Eltern, mit keinerlei Aussicht auf Freiheit, von der er aber weis, dass sie draußen existiert, würde gewiss nicht die Geschichte der Gefängnisbauten, ihre architektonischen Feinheiten oder gar die physikalischen Gesetze des Mauerbaus mit Freude studieren, sondern würde schon als Kind einen unbändigen Zorn auf die Erfinder, Erbauer und Betreiber des Gefängnisses entwickeln. Je nach persönlicher Veranlagung würde er darauf aggressiv reagieren oder nach einer Fluchtmöglichkeit Ausschau halten – beides gesunde Reaktionen. Oder er würde resignieren, dann bliebe ihm der Selbstmord oder eine Identifikation mit seinen Unterdrückern – beides bedeutet Tod, beim ersten den physischen, beim letzten den seelischen.

Ich gehörte zu der ersten Kategorie. (more…)

12. Mai 2016

When will they ever learn?

Filed under: Demokratie,Meinungsfreiheit,Politik — willanders @ 14:59
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Manche bezeichnen die Gegenwart als Post-Aufklärung. In der Tat, wenn man heute eine Zeitung aufschlägt oder den Fernseher einschaltet, wird man – abgesehen von rein naturwissenschaftlichen Themen, die aber gefühlt immer weniger werden – selten mit Fakten, Logik oder neutraler Berichterstattung konfrontiert. Wir leben in einer Zeit, in der Nachrichtensprecher vor laufender Kamera schluchzen, in den zahllosen Talkshows pausenlos gebrüllt wird, und die meisterhaft beherrschte Empörungsbereitschaft als die einzige Qualifikation ausreicht, um einen Menschen in der politischen Hierarchie in die obersten Staatsämter hochzuspülen. Unser Kulturraum ist gefangengenommen von Moralmonopolisten und gefüllt mit bunten Schaumträumen wie eine Spielkiste für Kleinkinder bei Ikea, voll mit bunten Bällchen.

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Das erstaunliche dabei ist, dass die linken Moralisten und Träumer von einer Formbarkeit anderer Menschen, die heute die westlichen Medien und den Politikbetrieb beherrschen, oftmals nichts anderes vorzuweisen haben, als ihre unerschütterliche Überzeugung von ihrer moralischen Hochwertigkeit und Überlegenheit. Dieser bloße Glaube macht sie stark und fähig, sich über tradierte Normen, Werte und Überzeugungen der Menschen brutal hinwegzusetzen. In diesem Glauben verankert, nehmen sie sich das Recht, völlig respektlos gegenüber dem anderen, gegenüber seiner Persönlichkeit, seinen Ansichten, Überzeugungen und seiner persönlichen Geschichte zu handeln. Sie nehmen sich das Recht, all dies einfach wegwischen zu können. Sie spielen Gott, indem sie sich all die anderen beliebig zurecht kneten wollen. Was hier als moralisch hochwertig herkommt, ist in Wirklichkeit Ausdruck einer Verachtung für den anderen als Individuum. (more…)

9. März 2016

Orban: Die Völkerwanderung kann man sehr wohl aufhalten!

Wow! Was für eine Rede! Hier ein Beweis dafür, dass Politikerreden inhaltlich sowie der Form halber perfekt und noch dazu anschaulich und unterhaltsam sein können. Hat jemand in den letzten 35 Jahren so eine Rede aus dem Mund eines BRD-Politikers gehört?

Hier also, Viktor Orbán, Ungarns Ministerpräsident am 28. Februar in Budapest zur Lage der Nation, veröffentlich hier. Die Rede ist lang, trotzdem in ihrer Gänze sehr lesenswert. Hier etwa die zweite Hälfte, die sich mit der gegenwärtigen Völkerwanderung  und mit der Lage in Europa befasst:

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(…) Nein, meine lieben Freunde. Die selbstherrliche, großspurige, auf eine moralische Überlegenheit aufbauende Politik, die so verlockend und in der westlichen Hälfte des Kontinents häufig so beliebt ist – und manchmal auch jenseits des großen Teichs – ist nicht unsere Politik, ist nicht unser Weg und ist auch nicht in unserem Interesse. Frieden, Zusammenarbeit, Handel, gegenseitige Investitionen, eine regionale Balance unseres Interesses, Einsetzen für unsere Interessen – dies sind die Grundpfeiler der ungarischen nationalen Außenpolitik. Und ich weiß, dies ist schwieriger und komplizierter, als sich unsichtbar am weichen, warmen und haarigen Rücken eines Wirtstieres zu verstecken, doch ist es sicherlich unserer tausendeinhundertjährigen Geschichte im Karpatenbecken würdiger.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Und jetzt möchte ich begründen, warum ich all dies erzählt habe. Kurz gesagt aus dem Grunde, weil jetzt all dies gefährdet ist. Gefährdet ist die mit Schweiß erarbeitete finanzielle Stabilität. Gefährdet ist unser gerade erst begonnenes wirtschaftliches Aufschließen. Gefährdet ist unsere sorgfältig aufgebaute nationale Außenpolitik. Gefährdet ist die wiederhergestellte öffentliche Ordnung und die terrorfreie öffentliche Sicherheit. Und gefährdet ist auch unsere sich langsam selbst wieder findende Nationalkultur. Ja, nicht nur das ist gefährdet, was bereits existiert, sondern auch das, was noch entstehen kann. Die Perspektive. Die Möglichkeit der viel versprechenden Zukunft. Auch die sich bereits gerade entfaltende und erweiternde Möglichkeit für unsere Kinder zu einem europäischen Leben.

Der Name der Gefahr lautet: Völkerwanderung. (more…)

2. November 2015

Karl Popper über das Wahlrecht

LESEBEFEHL!!!

03.08.1987

Zur Theorie der Demokratie

von Sir Karl Popper

Karl Popper, gebürtiger Wiener, der am Dienstag letzter Woche das 85. Lebensjahr vollendete, lebt in London, wo er bis 1969 Philosophieprofessor war. Er gilt als einer der wichtigsten Theoretiker und Sozialwissenschaftler.

Mein größtes Interesse ist die Natur- und die Naturwissenschaft: die Kosmologie. Seit ich im Juli 1919 den Marxismus aufgegeben hatte, war ich an der Politik und ihrer Theorie nur als Staatsbürger interessiert – und als Demokrat. Aber die in den 20er und frühen 30er Jahren anschwellenden totalitären Bewegungen von links und rechts und schließlich die Machtergreifung Hitlers in Deutschland zwangen mich dazu, über das Problem der Demokratie nachzudenken.

Obwohl mein Buch „The Open Society and Its Enemies“ (deutsch: „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“) Hitler und die Nazis mit keinem Wort erwähnte, war es als mein Beitrag zum Krieg gegen Hitler gedacht: Das Buch ist eine Theorie der Demokratie und eine Verteidigung der Demokratie gegen die alten und neuen Angriffe ihrer Feinde, kam 1945 heraus und wurde immer wieder aufgelegt. Aber das, was ich für seinen wichtigsten Punkt halte, wurde, so scheint mir, nur selten ganz verstanden.

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28. Oktober 2015

Freiheit ist nur Leben, ist nur Glück

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25. Oktober 2015

„Was heißt eigentlich: Grundgesetz?“, oder von der Mut zur Intoleranz

Eine etwas längere Lektüre, aber lesenswert, zumindest aus den folgenden Gründen:

  1. Man kann hier die Weisheit unserer politischen Theoretiker sehen, die etliches von dem bereits damals voraussahen, was heute unserem Land das Genick bricht.
  2.  Man kann sehen, wie weit die heutige BRD sich von ihren Ursprüngen entfernt hat.
  3. Carlo Schmid hätte heute keinen Platz in der real existierenden SPD des 21. Jahrhunderts.

„Was heißt eigentlich: Grundgesetz?“

(Auszüge aus der) Rede des Abgeordneten Carlo Schmid im Parlamentarischen Rat, 8. September 1948 [StenBer. S. 70ff] Abg. Dr. SCHMID (SPD)

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(…) Der Rechtszustand, in dem Deutschland sich befindet, wird aber noch durch folgendes charakterisiert: (…) Darüber hinaus trägt die Besetzung Deutschlands interventionistischen Charakter. Was heißt denn Intervention? Es bedeutet, daß fremde Mächte innerdeutsche Verhältnisse, um die sich zu kümmern ihnen das Völkerrecht eigentlich verwehrt, auf deutschem Boden nach ihrem Willen gestalten wollen.

(…) Daß es dazu kommen konnte, hat seine guten Gründe: man kann verstehen, daß unsere Nachbarn sich nach dem, was im deutschen Namen in der Welt angerichtet worden ist, ihre Sicherheit selber verschaffen wollen! (…)  Aber Intervention vermag lediglich Tatsächlichkeiten zu schaffen; sie vermag nicht, Rechtswirkungen herbeizuführen. Völkerrechtlich muß eine interventionistische Maßnahme entweder durch einen vorher geschlossenen Vertrag oder durch eine nachträgliche Vereinbarung legitimiert sein, um dauernde Rechtswirkungen herbeizuführen. Ein vorher geschlossener Vertrag liegt nun nicht vor: die Haager Landkriegsordnung verbietet ja geradezu interventionistische Maßnahmen als Dauererscheinungen.

So wird man für die Frage, ab interventionistische Maßnahmen von uns als „Recht“ anerkannt werden müssen, spätere Vereinbarungen abzuwarten haben. Aber kein Zweifel kann darüber bestehen, daß diese interventionistischen Maßnahmen der Besatzungsmächte vorläufig legal sind aus dem einen Grunde, daß das deutsche Volk diesen Maßnahmen allgemein Gehorsam leistet. Es liegt hier ein Akt der Unterwerfung vor – drücken wir es doch aus, wie es ist -, eine Art von negativem Plebiszit, durch das das deutsche Volk zum Ausdruck bringt, daß es für Zeit auf die Geltendmachung seiner Volkssouveränität zu verzichten bereit ist. Man sollte sich doch darüber klar sein, was Volkssouveränität heißt: nicht jede Möglichkeit, sich nach seinem Willen in mehr oder weniger Beschränkung einzurichten, sondern zur Volkssouveränität gehört, wenn das Wort einen Sinn haben soll, auch die Entschlossenheit, sie zu verteidigen und sich zu widersetzen, wenn sie angegriffen wird! Solange das nicht geschieht – und es hat sehr gute Gründe, daß es nicht geschieht -, werden wir die Legalität der interventionistischen Maßnahmen zum mindesten für Zeit anerkennen müssen.

(…) damit das deutsche Volk weiß, in welchem Rahmen seine „Verfassung“ gilt. Wenn man einen solchen Zustand nicht will, dann muß man dagegen handeln wollen. Aber das wäre dann Sache des deutschen Volkes selbst und nicht Sache staatlicher Organe, die ihre Akte jeweils vorher genehmigen lassen müssen. (more…)

22. Oktober 2015

Die geschichtlichen Tragödien wiederholen sich…

… und zwar als Farce. Marx hatte recht. Und wie! Zumindest was ihre Bestandteile Absurdität und Unsinn angeht.

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In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich etliche Erklärungsversuche zum Nationalsozialismus gelesen, die mal auf der ökonomischen, mal auf der soziologischen, mal auf der psychologischen Schiene eine Erklärung zu liefern versuchten, oder auf allen Schienen auf einmal wie Erich Fromms „Die Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Manche Ansätze waren interessant, manche völlig abwegig – keine der Erklärungen konnte mich vollends überzeugen, keine hat mich das „Wie konnte das bloß geschehen!“ verstehen lassen. Aber schon während der Sarrazin-Debatte dämmerte es mir, jetzt in der „Flüchtlingskrise“ ist mir vollkommen klar geworden, wie es in Deutschland nach 1933 zugegangen sein muss. Adornos „autoritärer Charakter“ lebt in diesem unseren Volk, und wie! Nur nicht dort wo ihn die Kulturmarxisten verorten.

Während die „Nazis in Nadelstreifen“ sich beim näheren Hinsehen als Durchschnittsbürger entpuppen, die brav ihrem Broterwerb nachgehen, ihre Steuererklärung Jahr für Jahr pünktlich beim zuständigen Finanzbeamten abliefern, ihren Kindern gute Manieren beibringen und mit blankgeputzten Schuhen zum Pegida-Spaziergang aufbrechen, ist der „Untertan“ auf der Gegenseite zu finden: bei den Qualitätsjournalisten, bei den Politikern und nicht zuletzt bei den Antifa-Primaten, aber vor allem bei der breiten Masse der Deutschen, deren größtes Problem ist das Ende von „Dschungelcamp“. Erst jetzt verstehe ich, wie leicht die Deutschen damals verführbar waren, weil sie es heute aufs Neue demonstrieren. Es gibt wohl kein anderes Volk auf dieser Erde, das dermaßen naiv einem Führer – sei es Adolf, sei es Merkel – brav und voller Vertrauen hinterherläuft ohne den Inhalt der Parolen zu hinterfragen. Kein anderes Volk ist leichter zu emotionalisieren, keine andere Nation schaltet schneller das Denken ab und auf Gefühl-Modus um. (more…)

9. Oktober 2015

Ein Opfer der Kulturrevolution übt Selbstkritik

Vor wenigen Tagen habe ich die Situation in der heutigen BRD mit der Kulturrevolution in China verglichen.

Dr. Proebstl“, der in patriotischen Kreisen nicht weiter vorgestellt werden muß, also der Mann hinter der Maske wurde „enttarnt“ als Percy Hoven, ein ehemaliger Moderator von „Big Brother“. Und heute morgen stolpere ich über diese Meldung hier:

Percy Hoven schließt seine Erklärung mit den Worten: „Es war nie unsere Absicht zu hetzen. Dass dies so aufgefasst werden konnte, dafür entschuldige ich mich in aller Form.“

Und dieses Blatt zitiert ihn mit den Worten:

„Ich distanziere mich ausdrücklich von dem Vorwurf der rechten Meinungsmache. Die Inhalte der Kunstfigur entsprechen in keinster Weise meiner persönlichen Überzeugung“

Traurig. Michael Klonovski zitiert in diesem Zusammenhang den polnischen Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec (Unfrisierte Gedanken):  „Ein feiger Satiriker erzeugt nur einen Witz – sich„.

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6. Oktober 2015

DIE SORGEN DER LEUTE ERNSTNEHMEN!

Ein sehr lesenswerter Ruf vom inzwischen berühmt gewordenen, weil einem der wenigen Mutigen, Politologen Werner J. Patzelt.  Veröffentlicht in seinem Blog.

Etwas gekürzt erschienen unter dem gleichen Titel in: Aus Politik und Zeitgeschichte,
65. Jahrgang, 40/2015 vom 28. September 2015, S. 17-21

I. Sorgen – wirklich?

Da machen sich Leute Sorgen um eine „Islamisierung des Abendlandes“. Andere um die Entstehung von Parallelgesellschaften in Einwanderungsländern ohne tatsachenfeste Integrationspolitik. Die nächsten machen sich Sorgen um die Zukunft der Eurozone, weitere um den Frieden an den Ostgrenzen der EU. Zu Beginn der 1980er Jahre sorgte man sich um einen Atomkrieg – und zuvor um das Waldsterben.

Was davon sind echte Sorgen, die man ernstnehmen muss? Was davon eingebildete Sorgen, die man abtun sollte? Wer entscheidet über Antworten auf diese Fragen? Und aus welchen Gründen soll man dessen Entscheidungen vertrauen – sich also heute ob der Zukunft unserer Einwanderungsgesellschaft nicht sorgen, während man das gestern ob eines Atomkriegs sollte? Und wie soll man sich zu jenen verhalten, die „unbegründete Sorgen“, ja aufgrund der nahegelegten Konsequenzen womöglich „gefährliche Sorgen“ in die Öffentlichkeit tragen? Sie auslachen? Sie ausgrenzen? Ihnen „keine Bühne bieten“? Sie von Straßen und Plätzen verscheuchen? (more…)

13. Januar 2014

Big Brothers neues Werkzeug

Die Welt ist in die drei verfeindeten Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien aufgeteilt, die sich in dauerhaftem Krieg miteinander befinden. Die Handlung des Romans („1984“) spielt in Ozeanien, wo eine vom – nie wirklich sichtbaren – „Großen Bruder“ (Big Brother) geführte Parteielite („Innere Partei“) die restlichen Parteimitglieder („Äußere Partei“) und die breite Masse des Volkes (die „Proles“) unterdrückt. Die allgegenwärtige „Gedankenpolizei“ überwacht permanent die gesamte Bevölkerung. Das nicht abschaltbare und in beide Richtungen funktionierende Staatsfernsehen, mit dessen Hilfe alle Wohnungen visuell kontrolliert und abgehört werden, schürt Hass auf einen unsichtbaren „Staatsfeind“…

Ach hätte doch BIG BROTHER  bloss so ein schönes Werkzeug zur Hand:

google-hate-map

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