Willanders – Rechts vor Links

13. Mai 2018

Trumps fremde Federn

Filed under: politik — willanders @ 14:47
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kim03.PNGDen vorherigen Beitrag habe ich mit der Behauptung abgeschlossen, Trump schmücke sich in Bezug auf Nordkorea mit fremden Federn. Diese Behauptung verlangt nach einer Erklärung.

In seiner narzisstischen Blase ist Donald The Trump, und mit ihm die Mehrheit der Amerikaner, davon überzeugt, dass ausschließlich seine Politik der maximum pressure auf Nordkorea, seine unzähligen Drohungen, Kim Jung-un zum Einlenken brachte. Nichts falscher als das. Der wahre Grund, warum Kim sein Atomwaffenprogramm nun beenden will, ist das Nein aus Beijing zu nordkoreanischen Atomwaffen vor Chinas Haustür, und nicht die Verbalinjurien aus Washington. That‘s all, Mr. President.

Eine uraltes, ursprünglich eine militärische Anweisung, chinesisches Sprichwort lautet: „Um zu gewinnen, nehme dem Gegner das Brennholz unter dem Kessel weg!“ Das „Brennholz“ Nordkoreas kann hier beinah im Wortsinn verstanden werden: Nordkoreas Ökonomie hängt am Schlauch, und die Herz-Lunge-Maschine steht in Beijing. Nordkorea bezieht 57 Prozent seiner Importe aus China, 42 Prozent seiner Exporte gehen ins Reich der Mitte. Im Februar 2017 stoppte Beijing den Kohlenimport aus dem Nachbarland – das Hauptexportprodukt Nordkoreas -, was die notleidende Wirtschaft des Landes äußerst empfindlich traf. Im September 2017 verbat Beijing allen nordkoreanischen Firmen in China jegliche wirtschaftliche Betätigung. Daraufhin ist der Handel zwischen den beiden Nachbarn praktisch zum Erliegen gekommen. Und das war nur der letzte Akt im chinesisch-nordkoreanischen Drama. Schon 2013 hat die Bank of China und alle anderen chinesischen Banken mit der staatlichen Lizenz zu Finanztransaktionen mit dem Ausland die Konten der nordkoreanischen Foreign Exchange Bank geschlossen. Außerdem hat Beijing bereits 2016 jede finanzielle Unterstützung für Kims Reich still und leise eingestellt. (more…)

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11. Mai 2018

Trump – der verkannte Bösewicht

Filed under: Geopolitik,politik — willanders @ 16:28
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Zunächst in eigener Sache: Bedingt durch familiäre Angelegenheiten musste ich jetzt eine Weile pausieren; ab sofort werde ich wieder versuchen, dann und wann etwas zu Laptop zu bringen. 

Es geht los mit einem Kommentar auf diese transatlantische Liebeserklärung an Trump, die ich selbstredend nicht so stehen lassen konnte. Allerdings hat sich die Registrierung bei Tichyseinblick etwas zu schwierig gestaltet, und so landet mein Kommentar hier. 

An Ihrem Beitrag, werter Herr Goergen, stimmt so gut wie gar nichts. „Meine“ Freunde in den USA, die mit Trump anfangs zumindest sympathisiert haben, manche haben für ihn gestimmt, sehen das wiederum völlig anders. Das Heer deren, die von Zustimmung oder gar Begeisterung für Trump zur Enttäuschung pendeln, wird größer und größer. Und ich gebe ihnen recht, auch wenn ich kein Amerikaner bin. Auch meine anfängliche Begeisterung ist gewichen und hat einer tiefen Skepsis Platz gemacht.

Trump hat keines seiner Versprechen eingelöst, dafür viele gebrochen. Er hat im Wahlkampf mehrmals hoch und heilig versprochen, sich niemals nie in Nahost militärisch zu engagieren, sich aus all den zahl- und endlosen Konflikten komplett rauszuhalten. Er hat schon vor Jahren und im Wahlkampf erneut, H. Clinton häufig scharf angegriffen für ihre Pläne, nach Irak (Trump war von Anfang an ein Gegner des Irak-Krieges) einen neuen Krieg in Syrien zu starten. Er kritisierte scharf dieses Engagement als „katastrophal teuer“, „stupid and wasteful“, und versprach, dafür die vielen ungelösten inneramerikanischen Probleme zu lösen. Alleine für dieses Versprechen haben ihm Millionen kriegsmüder Amerikaner ihre Stimme gegeben. Und schon kurz nach seiner Wahl vergaß er dieses Versprechen und… bombte Syrien, und vor etwa zwei Wochen erneut.

Der von Trump genannte Grund – Assad’s Einsatz von Chemiewaffen -, diesen Einsatz hat der Verteidigungsminister „mad dog“ Mattis noch Tage zuvor in einer Pressekonferenz als „nicht schlüssig“ genannt. Ja, er hat zugegeben, dass Assad sich nach 2012 strikt an die Abmachung gehalten hatte und alle, aber auch alle, Chemiewaffen an die internationale Behörde zur Vernichtung ausgeliefert hatte. Syrien besitze schlicht keine Chemiewaffen mehr, so Mattis vor zwei Wochen. Und hat die Wahrheit Trump davon abgehalten, Syrien zu bomben? Nein.

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2. März 2017

Henry Ford über den Krieg

Filed under: geschichte,politik,staat — willanders @ 22:16
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Der geniale Unternehmer, Erfinder, Philantrop und vieles andere – Henry Ford hat Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts folgendes zum Krieg geschrieben. Ich kann seine Autobiografie jedem nur empfehlen.

Aus Henry Ford: Mein Leben, mein Werk. S. 282 ff.:

Eine unvoreingenommene Untersuchung des letzten Krieges, der vorhergehenden Ereignisse und seiner Folgen ergibt den unantastbaren Beweis, daß es in der Welt eine gewaltige Gruppe von Machthabern gibt, die es vorziehen, im Dunkeln zu bleiben, die weder Ämter noch äußere Machtinsignien erstreben, die auch keiner bestimmten Nation angehören, sondern international sind, — Machthaber, die sich der Regierungen, der weitreichenden Geschäftsorganisationen, der Presseagenturen, sämtlicher Hilfsmittel der Volkspsychologie bedienen, um die Welt in Panik zu versetzen und die Macht, die sie über sie ausüben, noch zu erhöhen. Es ist ein alter Spielertrick, „Polizei!“ zu rufen, wenn gerade viel Geld auf dem Tische liegt, und in der nun folgenden Panik das Geld zu ergreifen und sich aus dem Staube zu machen. Und so gibt es auch eine Macht in der Welt, die „Krieg!“ schreit, und die in der Völkerverwirrung und während der gewaltigen Opfer, die das Volk um des Friedens und der Sicherheit willen bringt, mit der Beute davonläuft.

Was wir nicht vergessen dürfen, ist, daß wir zwar den militärischen Sieg errungen haben, daß es der Welt bisher jedoch noch nicht geglückt ist, die Kriegsschürer und -hetzer aufs Haupt zu schlagen. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Krieg ja nur ein künstlich fabriziertes Übel ist, das sich folglich auch nach einer ganz bestimmten Technik herstellen läßt. Eine Kriegshetzerkampagne wird nach ganz ähnlichen Grundsätzen wie jede andere Kampagne geführt.

Erst gilt es, das Volk zu bearbeiten. Durch allerlei schlaue Geschichten wird das Volk gegen die Nation, mit der man Krieg zu führen wünscht, argwöhnisch gemacht. Erst wird das eine, dann das andere Volk argwöhnisch gemacht. Dazu ist nichts weiter nötig als einige Agenten, die etwas Grütze und kein Gewissen haben, und eine Presse, deren Interessen mit denen, die durch den Krieg profitieren werden, verknüpft sind. Und sehr bald wird der „Auftakt“ da sein. Es ist nicht im geringsten schwer, einen ,,Auftakt“ zu finden, sobald der Haß zweier Nationen einen genügenden Höhepunkt erreicht hat.

In allen Ländern hat es Männer gegeben, die sich über den Ausbruch des Weltkrieges freuten und sein Ende bedauerten. Hunderte von amerikanischen Vermögen datieren aus dem amerikanischen Bürgerkriege, ebenso wie Tausende von neuen Vermögen aus dem Weltkrieg stammen. Niemand kann leugnen, daß Kriege ein gutes Geschäft für diejenigen bedeuten, die diese Art von Geld lieben. Kriege sind eine Orgie von Geld nicht minder als eine Orgie von Blut.

Wir würden uns auch nicht so leicht in Kriege hineinreißen lassen, bedächten wir, was eine Nation in Wahrheit groß macht. Die Gründung privater Vermögen macht ein Land nicht groß, ebensowenig wie die Gründung einer Autokratie. Auch die Umwandlung einer Landbevölkerung in eine Industriebevölkerung trägt nicht zur Größe eines Landes bei. Ein Land wird groß, wenn durch die behutsame und kluge Entwickelung seiner Hilfsquellen und die Tüchtigkeit seines Volkes das Vermögen unter möglichst
weite Kreise und in gerechter Weise verteilt wird.

Der Außenhandel führt zu vielen Irrtümern. Wir umleiten jeder Nation wünschen, daß sie sich so weit als möglich selbst erhalten lernt. Statt danach zu streben, daß die anderen Nationen auf unsere Industrieprodukte angewiesen sind, müßten wir vielmehr wünschen, daß jede Nation sich ihre eigene Industrie und eine auf fester Grundlage ruhende eigene Kultur schafft. Wenn erst jede Nation gelernt hat, die Dinge zu produzieren, die sie zu produzieren imstande ist, werden wir es allmählich erreichen, einander gegenseitig auf den Spezialgebieten zu dienen, auf denen es keine Konkurrenz geben kann.

(…) Der Versuch, den Welthandel an sich zu reißen, kann zum Kriege, niemals aber zum Wohlstande führen. Eines Tages wird selbst die internationale Finanz dies einsehen. Ich habe niemals einen ehrenvollen, triftigen Grund für den Ausbruch des Wellkrieges entdecken können. Er scheint einer überaus komplizierten Situation entwachsen zu sein, die in der Hauptsache von denen geschaffen wurde, die durch den Krieg zu gewinnen hofften. (…)

Vielleicht befindet unsere Kultur sich tatsächlich noch auf einer Stufe, die eine friedliche Erörterung internationaler Fragen nicht zuläßt; vielleicht müssen sie tatsächlich durchgefochten werden. Aber Kämpfe haben noch nie eine Frage zu entscheiden vermocht.

 

23. Februar 2017

Nur Mord und Totschlag in Schweden?

Filed under: politik — willanders @ 22:31
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Zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man den Hilferuf der Malmöer Polizeiführung  (Google Translate ins Englische schafft das sehr gut, die Deutsch-Übersetzung ist nicht so gut) liest: „Bitte helft uns all die Verbrechen aufzuklären. Ohne Ihre Hilfe schaffen wir das nicht“.

Dieser Schluss wäre jedoch völlig falsch. Denn es gibt zum Glück noch Lichtblicke in dem Land, das von Abba zu Allah konvertierte. Einer davon ist das Angebot einer Stadt im Norden, die den Beschäftigten eine zusätzliche, bezahlte Stunde Mittagspause spendieren möchte, damit diese… Sex haben! Ja, richtig: Die Beschäftigten sollten eine zusätzliche Stunde zu der ohnehin zustehenden Mittagspause nehmen und in dieser Zeit vögeln.

Von den vielen Fragen, die sich spontan stellen, ist die: Was machen die Singles? noch am einfachsten zu beantworten. Sie können das gleich am Arbeitsplatz mit sich selbst ausmachen. Aber was ist mit denen, die nur sehr kurz brauchen, und was mit denen, die nach einer Stunde immer noch nicht fertig sind? Müssen sie diese Zeit irgendwann abbummeln oder das nächste Mal coitus interruptus praktizieren? Und kann man diese Zeit sammeln und bei genügend angesparten Stunden einen vollen Sextag freinehmen? Was machen die SexarbeiterInnen in der verlängerten Mittagspause? Und schliesslich: Wer kontrolliert, ob die Mitarbeiter tatsächlich während dieser Zeit Sex haben, oder nur, sagen wir mal, fernsehen oder sich vollfressen? Wie man sieht, an diesem Beschluss muss noch gefeilt werden.

Nichtsdestotrotz mein Urteil: Geil.

Übrigens liegt Schweden, was die Anzahl der Arbeitsstunden im Jahr pro Beschäftigten betrifft, vor den Franzosen und Finnen an drittletzter Stelle.

12. Februar 2017

Die 17er sind die neuen 68er

Filed under: demokratie,internet,Lügenpresse,Medien,netzkultur,politik,staat — willanders @ 22:30
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Eine kleine aber deftige Polemik in der NZZ; ein Exzerpt daraus:

Im Ancien Régime wurden Homosexuelle strafrechtlich bedroht. Inzwischen diskutieren wir darüber, ob nicht jemand, der die irrige Auffassung vertritt, Homosexualität sei eine Krankheit, strafrechtlich belangt werden müsste.

Vor fünfzig Jahren konnte es einem noch passieren, dass man als Hochverräter gebrandmarkt wurde, wenn man erklärte, der Nationalstaat gehöre abgeschafft. Heute gilt man als Rechtspopulist, wenn man der Meinung ist, dass der Nationalstaat die beste Möglichkeit ist, unsere Vorstellungen von liberaler Demokratie in die Tat umzusetzen.

10. Februar 2017

Kellog’s – oder wie man politisch inkorrekt einkauft

In den USA zeigen die Fälle von Kellog’s und Target gerade, dass die Konsumenten dort als Gruppe einen gewaltigen politischen Einfluss haben.

Wie hierzulande im Fall von Achse des Guten und TichysEinblick hat auch dort eine obskure linke Medienagentur Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Werbung von der konservativen Online-Zeitung Breitbart zurückzuziehen, um diese finanziell auszutrocknen. Diese Webseite hat sehr aktiv Trump im Wahlkampf unterstützt, ihr ehemaliger Chefredakteur Steve Bannon ist inzwischen wohl der wichtigste Berater Trumps.

Eine der Firmen, die diesem Werbeboykott sehr willig folgte und diesen Schritt auch laut und breit kommunizierte („Breibart und seine Leser representieren nicht die Werte, für die Kellog’s eintritt“) , war der Cornflackeshersteller Kellog’s. Dessen Führung hat sich auch – in sicherer Erwartung eines Wahlsieges von Clinton – sehr deutlich politisch auf der Seite von Clinton positioniert. Nachdem Kellog’s Entscheidung bekannt wurde, hat Breitbart ihre inzwischen 45 Millionen monatlichen Besucher zum Boykott von Kellog’s Produkten aufgerufen. Eine diesbezügliche Petition haben eine knappe halbe Million Menschen unterschrieben.

Kellog’s Aktie hat in der Folgezeit stark nachgegeben, die Markenrezeption unter den Konsumenten hat laut Experten einen deutlichen Schaden genommen. Und diese Woche hat Kellog’s die Schliessung von 39 Distributionszentren bekannt gegeben. Breitbart schätzt, dass dadurch etwa 1.200 Vollzeitjobs verloren gehen werden. Es wird sich zeigen, wie lange sich der linke Vorstand von Kellog’s halten kann. (more…)

9. Februar 2017

Von Völkermord und Vielfalt

Wenn Chinesen nach Tibet übersiedeln, dann handelt es sich um „Völkermord“, wenn Weiße andere Länder bevölkern, dann ist das „Kolonialismus“ – wenn aber Europa von Mohamedanern und Nord-Amerika von Latinos überschwemmt werden, dann wird das „Vielfalt“ genannt. Grünes Neusprech halt.

Aus aktuellem Anlass verlinke ich auf meinen früheren Blogbeitrag – Free Germany! – zur Bundestagsresolution zu Tibet. … Und jetzt die Augen zuhalten… es wird wehtun!

gere

7. Februar 2017

„… allein an ihrer Arbeit gemessen…“

In der letzten Zeit ein Porträt der neuen Berliner Staatssekretärin Chebli. Ihr Vater wurde drei Mal abgeschoben, immer wieder illegal in die BRD eingereist,  Frau und 11 Kinder nachgeholt, irgendwann deutsche Pässe erschlichen, weil wie kann er diese legal bekommen haben: Man muss dafür dauerhaft ausreichendes Einkommen nachweisen! Der Vater spricht bis heute kein Deutsch, wie konnte er dann einen Job haben, bei dem er genug verdiente? Ach, BRD heute: kein Recht, kein Gesetz, keine Ordnung. Die Tochter wird Pressesprecher des Außenministeriums, jetzt wurde sie in Berliner Senat abgeschoben; komisch, nach jedem ihrer Versagen landet sie immer höher. A propos Versagen: Wir hatten hier schon früher Beispiele für ihre brilliante Intelligenz und Sachkenntnis. Die Frau will ja schliesslich allein an ihrer Arbeit gemessen werden, hier also ein Beispiel (weitere bei Youtube, Stichwort Chebli):

4. Februar 2017

Beijing: US wird bald Nordkorea angreifen

Filed under: Geopolitik,politik — willanders @ 21:56
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tump-chinaWir haben bisher den nächsten Krisenherd in Fernost eher im Südchinesischen Meer vermutet, dort wo es um die kleinen Eilande mit großer strategischer Bedeutung geht. Chinas Führung geht aber eher davon aus, dass die USA einen baldigen Krieg auf der koreanischen Halbinsel beginnen werden. Das zumindest behauptet Ding Gang, ein führender Publizist des People‘s Daily, einem offiziellen Organ der KPCh, in einem Artikel im Global Times, das als englischsprachiges Sprachrohr der chinesischen Führung gilt. Es handelt sich hier also um Überlegungen der chinesischen Führung, die an die Weltöffentlichkeit gerichtet sind.

Als Ausgang seiner Überlegung dient die neuerliche Ankündigung von Nordkoreas Partei- und Staatschef Kim Jong-un, bald eine atomar bestückbare Interkontinentalrakete zu testen. Nach erfolgreichen Tests wäre Nordkorea nämlich imstande, den nordamerikanischen Kontinent anzugreifen. Dies werde Trump nicht zulassen, sondern die Lage nutzen, um „Chaos im Fernen Osten zu verbreiten“, das dann die Dominanz der USA in dieser Region stärken würde.

Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges werde extrem dadurch erhöht, dass es sich bei den beiden, Kim und Trump, um „irrationale“ Politiker handele, die unberechenbar seien. Der eine, mit seiner „America first“-Doktrin, sei in der günstigen Position, hier einen Krieg zu führen, ohne sein eigenes Territorium in Gefahr zu bringen. Der andere ist dafür bekannt, dass er sich nicht einschüchtern lässt und auf Druck von außen mit Gegendruck antwortet.

Diese Gemengelage mache einen kriegerischen Konflikt zwischen US und Nordkorea wahrscheinlich. China könne dabei nur verlieren, was der wohl wichtigste und von Washington beabsichtige Nebeneffekt dieses Konflikts sei. Chinas wirtschaftliche Entwicklung würde sehr verlangsamt werden. Auch Beijings bisher wichtigste Karte im Pokerspiel – die Vermittlerrolle zwischen Washington und Pjöngjang – wäre wertlos, sollte sich die beiden Streithähne nach einer heißen Phase gemeinsam an den Verhandlungstisch setzen. Beijing wisse nicht, was passieren werde, man sei aber auf alles vorbereitet.

Soweit Beijings Stellungnahme. Trump hat seinen Wahlkampf gewonnen mit dem Versprechen, Amerika wieder groß zu machen. Das wollte er erzielen, indem er Jobs daheim schafft. Wohl niemand hat „America first“ als „America shooting first“ oder „Amerika über alles, über alles in der Welt“ verstanden, indem Washington die nächsten Kriege in Übersee beginnen wird.

1. Februar 2017

Der Ton wird schärfer

Filed under: Geopolitik,politik — willanders @ 13:48
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Ohmann, hört das nimmer auf? In hundert Jahren werden die Menschen wohl wieder – so wie wir das heute über die Menschen von vor hundert Jahren – sagen: Wie konnten sie damals nur so dumm sein!

Ich habe doch neulich mehrmals über  die Situation in Fernost und Südostasien geschrieben. Auch  über das Säbelrasseln zwischen Washington und Beijing. Und jetzt wird der Ton zwischen den beiden schärfer. Beijing hat nicht lange auf eine Reaktion auf die Provokationen aus Washington warten lassen und entsendet seinen – einzigen – Flugzeugträger zu Manövern in die Meere um China herum.

Ich habe doch neulich den DF-21D Flugzeugträger-Killer geschrieben. Da haben die Amis vor drei Jahren eine Gegenwaffe entwickelt:  RIM-162 ESSM– ein Torpedo, speziell gegen den DF-21D entwickelt. An Stelle von Pentagon würde ich es trotzdem nicht darauf ankommen lassen. Ein  – hochwahrscheinlich – sinkender Flugzeugträger auf der US-Seite, ein vorbei  schießender DF auf der anderen Seite: Was macht sich besser auf dem TV-Bildschirm? Dann noch die Flotte von chinesischen Korvetten, entwickelt speziell für die Jagd auf amerikanische U-Boote.

Die beiden haben in den letzten Jahren aufgerüstet, und jetzt sind sie bereit für ein High noon. Spannend bleibt es, wie sich Russland verhalten wird. Wird Putin eher zum Russland-freundlichen Trump halten, ober unterstützt er die Seite Chinas, seines traditionellen und  natürlichen Partners? Ohmann, warum muss ich in so „interessanten“ Zeiten leben?

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