Willanders – Rechts vor Links

31. Oktober 2016

Erst Obama und dann?

Filed under: Geopolitik,politik,wahlen — willanders @ 10:07
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Kurze Geschichte der Obama-Zeit und ein – gezwungenermaßen düsterer – Ausblick aus europäischer Sicht.

Uff! Der Countdown läuft. Fast ist es geschafft. Die Zeit, bis diese afroamerikanische Familie aus dem bekanntesten öffentlich geförderten Gebäude Amerikas auszieht, können wir jetzt in Tagen, gar in Stunden messen. Und während die Welt auf einen Abgrund zurast, ist es an der Zeit, einen kurzen Rückblick auf Obamas Wirken zu halten.

clinton-jailAfghanistan – der Krieg und all die geopferten Menschenleben waren umsonst; Obama hat sein Wort nicht ehalten und hat nicht alle US-Truppen abgezogen. Die USA können den „war on terror“ nicht gewinnen, oder auch nur das Land einigermaßen stabilisieren. Irak – WallStreetWashington hat das Land ins Chaos gestürzt, sich selbst aber linkisch aus der Affäre gezogen und das Land sich selbst oder genauer: den um die Wette mordenden Mohamedanern überlassen. Iran – steht stärker als zuvor dar; kann sein Atomprogramm fortsetzen und kann Handel mit der ganzen Welt treiben. Ukraine – auch wenn es derzeit aus den Schlagzeilen verschwunden ist: Die USA haben auch dort ein dauerhaftes Chaos eingerichtet, mit tausenden Toten, zerstörter Infrastruktur und keiner Aussicht auf ein Ende. Russland – ist zurück auf der Krim und hat den Schock der Wirtschaftssanktionen längst überwunden, vielmehr stärken diese Sanktionen Russlands Binnenwirtschaft, weil die einheimischen Firmen nun die Produkte entwickeln und vermarkten, die bislang aus dem Westen importiert wurden.

China – verdrängt Washington aus Südost-Asien und gewinnt immer mehr Länder auf seine Seite. Nord Korea – spielt Washington nach wie vor auf der Nase herum, „testet“ seine mit Nuklearsprengköpfen bestückten Cruise missiles und denkt nicht dran, klein beizugeben. Philippinen – schlagen sich auf die Seite Chinas, beschimpfen Obama als Hurensohn und verkünden lautstark ihre „Scheidung“ von Amerika. Dieses Land spielt womöglich eine Vorreiterrolle für die anderen ASEAN-Staaten: Wenn diese sehen, dass einer zur Tür hinaus rennt, werden die anderen womöglich folgen. Türkei – der NATO-Partner kuschelt wieder mit Putin und schielt weiter östlich auf China; die Entfremdung von der EU und von Amerika wird immer dramatischer. Syrien – nach dem ausgedehnten Versuch WallStreetWashingtons, Assads Land zu destabilisieren, zeigt Putin der Welt, wie man mit kurzen, gezielten militarischen Schlägen seine Ziele erreicht. Libyen – ein Paradebeispiel für Washingtons chaotische Außenpolitik: Trümmerfeld mit vielen Toten und ungewissem Ausgang.

Und das globale Rad der Ereignisse dreht sich immer schneller. Wohl zu schnell für das sterbende US-Imperium mit Hauptsitz in der New Yorker Wall Street und der Filiale in der Washingtoner Philadelphia Avenue, wo die Außenpolitik völlig losgelöst von den Interessen der Amerikaner gemacht wird, oder vielmehr: gegen die Interessen des Durchschnittsamerikaners, der ähnlich wie der Westeuropäer im Hinblick auf seine Regierung zum hilflosen Zuschauen verdammt ist. Oder wie und wo nochmal profitiert John Doe aus Wisconsin von den Kriegen und Krisenherden des US-Imperiums? Amerika ist von der WallStreet gekidnappt worden und verfolgt deren blutige Ziele überall in der Welt. Der weiße Mittelklasse-Ami zahlt die Zeche.

Die gute Nachricht lautet: Das US-Imperium verabschiedet sich von der Weltbühne. Die schlechte: Imperien treten nicht friedlich zurück. So gesehen, macht das aggressive Vorgehen Washingtons gegenüber Putin Angst. Im Kampf ums eigene Überleben wird sich WallStreetWashington an den Strohhalm irgendeines Konflikts gegen Russland oder China klammern, angefangen mit Cyberkrieg, und wenn das nicht reicht (was wahrscheinlich ist), dann mit Hilfe von Stellvertretern. Ukraine mit den zu allem bereiten EU-Idioten bietet sich als erster Test. Kann jemand ausschließen, dass dieser Konflikt in einen Nuklearkrieg mündet? Clinton hat diesen mehrmals in Aussicht gestellt für den Fall ihrer Wahl zum Präsidentenamt.

Und wenn man bedenkt, dass Washington den Ausgang eines jeden seiner Kriege nach 1945 völlig falsch einschätzte, dann ist eine Kriegsentscheidung der Ehefrau des Balkan-Schlächters Bill Clinton nicht unwahrscheinlich. Mir macht ein Volk Angst, das sich vor einem Präsidentschaftskandidaten deswegen fürchtet, weil er eine Frau „by the pussy“ grabschen will, ansonsten aber Frieden und Zusammenarbeit mit Russland ankündigt – und gleichzeitig eine Frau mit wehenden Fahnen wählt, die einen Nuklearkrieg so locker vom Zaun brechen will, wie unsereins eine Flasche Bier öffnet. Eine Frau, die von der Kriegsführung und von der Theorie des Krieges so viel Ahnung hat wie eine Rolle Klopapier. Das ist der Grund, warum die Weltöffentlichkeit diese Wahl mit einer Mischung aus ungläubigem Staunen, Belustigung und Horrorangst begleitet.

Das Gefährliche an Clinton ist ihre Mischung aus Korrumpierbarkeit, Dummheit, Gaunertum, Machtgeilheit, Arroganz, Bauernschläue, Eitelkeit und Naivität. Tragisch, wenn das Schicksal der Welt davon abhängt, dass ein Volk nur aufgrund von schlüpfrigen Sprüchen sich gegen einen Kandidaten ausspricht, der ansonsten vernünftig erscheint und sich vom gesunden Menschenverstand leiten läßt. Man könnte über die Amerikaner schmunzeln, wenn davon nicht die Zukunft der Menschheit abhinge.

Wie ein in die Enge getriebenes Tier kennt das WallStreet-Imperium nur den Ausweg durch Angriff. In ihrem blinden Draufschlagen haben die Neocons schon Russland, China, Iran, Syrien und die Türkei zusammengebracht, weitere Länder werden sich wohl dazugesellen, weil viele ihre Zukunft in dieser Allianz sehen. Bei all den neu entstandenen internationalen Organisationen – BRICS mit ihrer New Development Bank (NDB), Shanghai Cooperation Organisation (SCO), Asian Infrastucture Investment Bank (AIIB) – müssen die Amerikaner draußen blieben.

Amerika verliert so mehr und mehr sein Gesicht in der Welt, gleichzeitig gewinnt China enorm an Einfluss und Prestige in der weltweiten Völkergemeinschaft. Handel treiben ohne dem Partner von oben herab zu sagen, was er ansonsten gefälligst zu tun und zu lassen hat – das findet zunehmend Zuspruch; das missionarische Eifern der USA dagegen schreckt ab, zumal die Welt sieht, dass diese Weltmacht auf tönernen Füssen steht und im Innern mit ungezählten, ungelösten und weitgehend unlösbaren Problemen kämpft oder vielmehr diese zu ignorieren versucht.

Selbst unter den europäischen Schoßhündchen regt sich langsam Widerstand gegen das imperiale Gehabe aus Amerika. Die Wirtschaft hier opponiert zunehmend gegen die von Washington verhängten Russland-Sanktionen. Die Regierungen kommen in Erklärungsnot,wenn sie gefragt werden, worin genau die Vorteile davon für ihre Länder liegen. Die europäische Öffentlichkeit verlangt auch zunehmend Beweise für die von der Politik behauptete Aggressivität Putins. Die neuen, rasch Wählerschaft gewinnenden Parteien streben nach mehr Unabhängigkeit von Washington.

Denn es liegt auf der Hand, dass eine friedliche Zusammenarbeit Europas mit Russland und China in einer Eurasischen Union die bessere Lösung ist. Innovationskraft der Europäer, Russlands Bodenschätze und Chinas Geschicklichkeit – das ist eine unschlagbare Kombination. Vor einer derartigen, friedlichen und höchst profitablen Union hat WallStreetWashington panische Angst und wird es nicht erlauben, nicht ohne einen Krieg. Denn würden die Europäer endlich tun was für sie gut ist, würde das das Ende des US-Imperiums bedeuten.

Die schwindende globale Bedeutung Amerikas erhöht allerdings die Wahrscheinlichkeit einer Verzweiflungstat aus NewYork-Washington. Clinton hat während ihres Wahlkampfs das Publikum immer wieder auf einen Krieg gegen Russland vorbereitet; sie hat mehrmals Putin mit Hitler verglichen, Moskau der Spionage und der Wahlmanipulation beschuldigt. Sie hat sich offensichtlich auf einen Feind eingeschossen; wird sie dann womöglich die Kinder anderer Leute wieder in einen Krieg in ein fremdes Land schicken? Selbst in einen Atomkrieg? Wer kann das bei dieser Person ausschließen?!

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2 Kommentare »

  1. Hat dies auf ERWACHE! rebloggt.

    Kommentar von blackhawkone — 31. Oktober 2016 @ 17:34 | Antwort

  2. Hat dies auf Die Morgenzeitung rebloggt.

    Kommentar von Onkel Peter — 31. Oktober 2016 @ 14:50 | Antwort


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