Willanders – Rechts vor Links

22. Oktober 2015

Die geschichtlichen Tragödien wiederholen sich…

… und zwar als Farce. Marx hatte recht. Und wie! Zumindest was ihre Bestandteile Absurdität und Unsinn angeht.

adolfmerkel

In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich etliche Erklärungsversuche zum Nationalsozialismus gelesen, die mal auf der ökonomischen, mal auf der soziologischen, mal auf der psychologischen Schiene eine Erklärung zu liefern versuchten, oder auf allen Schienen auf einmal wie Erich Fromms „Die Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Manche Ansätze waren interessant, manche völlig abwegig – keine der Erklärungen konnte mich vollends überzeugen, keine hat mich das „Wie konnte das bloß geschehen!“ verstehen lassen. Aber schon während der Sarrazin-Debatte dämmerte es mir, jetzt in der „Flüchtlingskrise“ ist mir vollkommen klar geworden, wie es in Deutschland nach 1933 zugegangen sein muss. Adornos „autoritärer Charakter“ lebt in diesem unseren Volk, und wie! Nur nicht dort wo ihn die Kulturmarxisten verorten.

Während die „Nazis in Nadelstreifen“ sich beim näheren Hinsehen als Durchschnittsbürger entpuppen, die brav ihrem Broterwerb nachgehen, ihre Steuererklärung Jahr für Jahr pünktlich beim zuständigen Finanzbeamten abliefern, ihren Kindern gute Manieren beibringen und mit blankgeputzten Schuhen zum Pegida-Spaziergang aufbrechen, ist der „Untertan“ auf der Gegenseite zu finden: bei den Qualitätsjournalisten, bei den Politikern und nicht zuletzt bei den Antifa-Primaten, aber vor allem bei der breiten Masse der Deutschen, deren größtes Problem ist das Ende von „Dschungelcamp“. Erst jetzt verstehe ich, wie leicht die Deutschen damals verführbar waren, weil sie es heute aufs Neue demonstrieren. Es gibt wohl kein anderes Volk auf dieser Erde, das dermaßen naiv einem Führer – sei es Adolf, sei es Merkel – brav und voller Vertrauen hinterherläuft ohne den Inhalt der Parolen zu hinterfragen. Kein anderes Volk ist leichter zu emotionalisieren, keine andere Nation schaltet schneller das Denken ab und auf Gefühl-Modus um.

All die „Nie wieder!“-Propaganda trägt nicht, oder besser: sie trägt Früchte, bloß nicht die erwünschten. Die Deutschen lassen sich wieder einmal auf die primitivste Art verführen. Ihnen wird befohlen, nur auf die von rechts in brauner Uniform kommende Gefahr Ausschau zu halten und diese sofort totzuschlagen – der brave Durchschnittsmichel befolgt blind die Befehle. „Von links kommt nur Gutes!“ – der Michel glaubt es und lehnt sich entspannt zurück, schließlich haben Merkel und Claus Kleber es gerade eben wieder gesagt, dann muss es auch stimmen.

Wer immer noch nicht verstanden hat, wie damals die Mehrheit der Deutschen sich verführen ließ, der soll sich nur den aktuellen Vernichtungsfeldzug gegen Akif Pirincci anschauen. Wer sich immer noch wundert, wie damals Bücher verbrannt wurden, der soll nur hinschauen, wie heute Bertelsmann die Auslieferung seiner Bücher mit sofortiger Wirkung stoppt; wie sich andere, ehedem auf ihre kritische Distanz zum System stolze, Verlage (Kopp) von dem verfemten Autor vorsorglich distanzieren, und nicht zuletzt wie der Webmaster seines Vertrauens sich öffentlich von seinem Auftraggeber distanziert und ihn diffamiert. Man soll auch die unzähligen „Rezensionen“ seiner Bücher auf amazon.com lesen, deren Urheber die sofortige Entfernung aus dem Sortiment, ja deren Verbrennung fordern. Man soll sich nicht zuletzt die schier endlose Reihe von Politikern merken, die eine waidwund geschossene Wildsau witternd sich kollektiv auf das blutende Tier stürzen, um ihm wohlfeil den Garaus zu machen.

Auch die zahllosen Kommentare auf Facebook, Twitter und in den Zeitungen lassen die Vorstellung aufsteigen, wie es damals zugegangen sein muss, als die Hexen brannten, die Hetzmeute johlte und noch der letzte Dorftrottel sein Stöckchen auf den Scheiterhaufen warf. Schon die Hetze gegen Sarrazin war mir zuwider, aber die Pirincci-Verfolgung erfüllt mich geradezu mit Ekel. Mit Ekel über die Gutmenschen, die bei der virtuellen Kristallnacht in fest geschlossenen Reihen den Weg garnieren und hasserfüllt von der Führerin vorgegebene Parolen brüllen. Wer bei dieser beschämenden Massenhysterie kein Mitleid mit dem Opfer empfindet, der hat wahrhaftig „allzu oft Hass und Kälte in seinem Herz“.

Ich danke euch, ihr niederträchtigen Gutmenschen, für diese Demonstration, wie eine Tragödie sich als Farce wiederholt.

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1 Kommentar »

  1. Ich habe gerade diesen Satz gelesen: „Ich weiß jetzt zum ersten Mal in meinem Leben, wie die Menschen sich 1933 gefühlt haben müssen“. Mit diesem Gefühl kämpfe ich seit Tagen, Wochen und mir ist übel.

    Kommentar von anwohner51 — 22. Oktober 2015 @ 19:43 | Antwort


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