Willanders – Rechts vor Links

13. Januar 2014

Big Brothers neues Werkzeug

Die Welt ist in die drei verfeindeten Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien aufgeteilt, die sich in dauerhaftem Krieg miteinander befinden. Die Handlung des Romans („1984“) spielt in Ozeanien, wo eine vom – nie wirklich sichtbaren – „Großen Bruder“ (Big Brother) geführte Parteielite („Innere Partei“) die restlichen Parteimitglieder („Äußere Partei“) und die breite Masse des Volkes (die „Proles“) unterdrückt. Die allgegenwärtige „Gedankenpolizei“ überwacht permanent die gesamte Bevölkerung. Das nicht abschaltbare und in beide Richtungen funktionierende Staatsfernsehen, mit dessen Hilfe alle Wohnungen visuell kontrolliert und abgehört werden, schürt Hass auf einen unsichtbaren „Staatsfeind“…

Ach hätte doch BIG BROTHER  bloss so ein schönes Werkzeug zur Hand:

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7. Januar 2014

Die linke Welt – eine wunderbare Quelle für Absonderlichkeiten

Wieder einmal einige sehr lesenswerte, stringente Aussagen von Fleischhauer, im Novo-Argumente

Political Correctness: „Sprechen ist auch ein anarchistischer Akt“

Interview mit Jan Fleischhauer

999149_806255359388727_349425152_nIn einem hier und in der aktuellen Printausgabe veröffentlichten Interview erklärt Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer nicht nur den Zusammenhang von Political Correctness und Opfermentalität, sondern auch, warum heute jeder, der gegen das Establishment aufbegehren will, die Linke attackieren muss.

NovoArgumente: Herr Fleischhauer, in Ihrer Spiegel-Online-Kolumne „Der schwarze Kanal“ setzen Sie sich auch kritisch mit Phänomenen der sogenannten „Political Correctness“ auseinander. Was haben wir unter diesem Begriff zu verstehen?

Jan Fleischhauer: Der Begriff taucht erstmals in den achtziger Jahren in Amerika auf, als Selbstbeschreibung eines akademischen Milieus. Es geht darum, das Augenmerk auf die Empfindlichkeiten von Minderheiten zu richten und diesen Sensibilitäten Rechnung zu tragen. Dabei wird erstmals zwischen politisch korrektem und inkorrektem Sprechen unterschieden. Der erste Journalist, der diesen Trend meines Wissens einem breiten Publikum bekannt machte, war Richard Bernstein 1990 in der New York Times. In literaturwissenschaftlichen Seminaren sollte gegenüber dem klassischen Kanon, der an den Universitäten unter dem Oberbegriff „Western Civilization“ firmierte, etwas Neues etabliert werden, nämlich ein Curriculum, das Literatur von Frauen und vor allem aus dem nicht-europäischen Kulturkreis mit einbezog. Man sieht dann, dass in den Neunzigern der Begriff von der anderen politischen Seite okkupiert wird, und zwar als Kampfbegriff. Konservative Kritiker behaupten, mit Hilfe der Political Correctness werde versucht, bestimmte Sprachhandlungen zu zensieren oder auszugrenzen, Diskursräume zu bestimmen und enger zu machen. Das ist die Bedeutung von Political Correctness, wie sie sich heute durchgesetzt hat.

„Moralische Abwertung ist das schärfste Schwert, das wir im öffentlichen Sprechen besitzen. Man entzieht sich damit der Notwendigkeit, sich mit dem von anderen Vorgebrachten argumentativ auseinanderzusetzen.“ (more…)

4. Januar 2014

Kein Ende aller Schrecken! Nein, der Beginn vieler

 
 
Ein weiterer interessanter Artikel  zum Ersten Weltkrieg, erschienen in der WELT.
 

Der Beginn vieler Schrecken

Warum die Vorstellung von der friedensstiftenden Wirkung der europäischen Einigung, insofern sie das Nationale überwindet, auf falschen Prämissen beruht. Ein Beitrag zur Schulddebatte 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914

Von Dominik Geppert, Sönke Neitzel, Cora Stephan, Thomas Weber

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Deutschland  tut sich schwer mit dem öffentlichen Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs, der sich 2014 zum hundertsten Mal jährt. Das liegt nicht nur daran, dass hierzulande die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs alles andere in den Schatten stellt. Es hat auch mit der seit den Sechzigerjahren unter deutschen Politikern, in Schulen und Redaktionsstuben verbreiteten Weltsicht zu tun, Deutschland habe nicht nur den zweiten, sondern auch den ersten der beiden Weltkriege angezettelt. Bei manchen unserer europäischen Nachbarn verdichtet sich das heute zu dem Diktum, mit seiner Euro-Politik drohe Deutschland den Kontinent ein drittes Mal zu ruinieren.

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Das ist nicht nur historisch falsch, es ist auch politisch gefährlich. Neuere historische Forschungen zu Ursachen und Verlauf des Krieges widersprechen der Vorstellung, wonach das Deutsche Reich durch sein Weltmachtstreben Großbritannien provoziert habe und in seiner Machtgier mit vereinten Kräften gestoppt werden musste. (more…)

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