Willanders – Rechts vor Links

3. Juni 2013

Alles Lügen!

Donnerstag, 30. Mai 2013

Ich lese gerade einen Text über die Rede von Merkel zum sogenann­ten Integra­tionsgipfel mit Stellen wie diese:

Ich habe mir (…) Gedanken dar­über gemacht, wie es ist, wenn man bei uns lebt und erkenn­barerweise (…) nicht so bleichgesichtig wie wir aussieht.

Der Grund für die tiefen Sorgen unserer Kanzleuse liegt in ihrer Erkenntnis:

 … wie tief Rassismus in unserer Gesellschaft verankert ist …

Spontan würde man dieser Frau am liebsten zurufen: Fahr öfter Bus und U-Bahn! Dann wirst du bisweilen nicht nur die einzige „Bleichgesichtige‟ unter lauter südländisch dunklerpigmentierten lieben Mitbürgern sein, sondern kannst auch ein Gefühl dafür bekommen, wie es deinen deutschen und europäischstämmigen Untertanen tagtäglich ergeht. Erhören wird meinen Schrei diese vielbeschäftigte Weltretterin sicherlich genauso wenig wie den Ruf nach der Rückkehr zur D-Mark. Denn die Rettung des nächsten Staates vor der Pleite kann nicht warten. Und so werden wir derartigen Blödsinn aus dem Mund unserer Eliten noch viel öfter hören müssen.

Worthülsen wie die obigen pflastern die Laufbahnen von Politikern jeglicher couleurs. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieser unter Politikern pandemisch auftretende Irrsinn auch nicht vor dem Schloss Bellevue halt machte, wo kürzlich unser aller Bundesgauckler seiner Herrin nachjaulte, dass es ihm „Sorgen bereitet die Gewalt, in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haa­re und eine dunkle Haut haben‟.

Auch dem Bundeskasper würde man im ersten Moment gerne zurufen: Fahr U-Bahn! Aber dann die Vorstellung: Man steigt morgens mirnixdirnix auf dem Weg zur Arbeit in die U-Bahn, setzt sich hin und will die Zeitung aufklappen und dann… sitzen die beiden Visagen einem gegenüber! Ich könnte in so’ner Situation für nichts garantieren. Ach nee, dann soll ihr Chauffeur sie lieber ertragen. Sonst könnten sie dann tatsächlich erfahren, wie es sich so als bleichgesichtiger Volksverräter im eigenen Land lebt.

Angenommen, ich könnte in dieser Situation über meinen Schatten springen und mich beherrschen, dann würde ich denen Fragen stellen, die mich schon seit langem beschäftigen: Wieso ist es in der Bundesrepublik strafbar, wenn man eine Majestät beleidigt, aber nicht umgekehrt, das heisst, wenn ein Politiker mich, oder gleich das ganze Volk beschimpft? Wieso dürfen sie mich und meine deutschen Landsleute flächendeckend als Rassist beleidigen, alles Menschen, die diese masslos anmassenden Politiker gewählt haben, Menschen, die deren unnütze Ex­istenzen durch ihre hart erarbeiteten Steuern finanzieren? Wieso dürfen die Politiker un­gestraft Lügen unter ganzem Volk verbreiten, durch Medien, die von diesem Volk zwangsfinanziert werden? Wie viel Menschenverach­tung muss man haben, um solche Worte aus­sprechen zu können? Wie narzistisch – krank also – muss man sein, um derart verdreht den­ken zu können?

Mir ist aber klar, dass umgekehrt ich mich auch fragen müsste: Wie wenig Stolz und Selbstbewusstsein muss ein Volk haben, um solche Arschlöcher als Staatslenker zu akzeptieren? Wie benebelt und abgestumpft muss man sein, um  über diese Beleidigungen nicht nur schweigend hinweggehen zu können, sondern auch bei der nächsten Wahl das Kreuzchen wieder hinter die Namen der eigenen Peiniger zu setzen?

Ein weites Feld, ich weiss. Massen von Büchern sind darüber ge­schrieben, wenn auch nicht von dem Massen gelesen, worden. Je weiter man dieses Phänomen analysiert, umso tiefer und weiter kommt man. Ich weiss auch, dass die Drecksäcke in der Politik, in den Medien und die Oberwichser, die Spin doc­tors, über mich und meine Empörung nur müde lächeln. Ich weiss das alles, aber trotzdem will ich mich doch noch empören dürfen. Wer bei uns heute nicht wütend wird, der hat offenbar eine Emotionalität wie ein Blumenkohl.

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