Willanders – Rechts vor Links

14. Mai 2013

Neues Deutschland

Montag, 13. Mai 2013

Lese gerade eine kurze biografische Notiz über Oriana Fallaci, wie sie schon als zehnjähriges Mädchen ihrem für den Widerstand arbeitenden Vater half, indem sie Waffen zu Partisanen schmuggelte und Gefangenen bei der Flucht aus deutschen Konzentrationslagern in Italien half. Welch selbstverständlicher Mut, sowohl beim Vater wie bei der Tochter. Menschen, die ihr physisches Leben riskieren für etwas. In Deutschland genügt nur ein herabhängender Mundwinkel von Merkel, Roth oder anderen Kröten, damit auch der Mutigste seinen Schwanz einzieht. Ganz bestimmt ist es die elementare Erfahrung von Ungerechtigkeit, echtem physischen Terror, Fremdherrschaft und anderen schlimmen Dingen, die uns heute abgeht, und uns daran hindert, aufzuwachen und gegen den Irrsinn um uns herum zu kämpfen. Es gibt nichts trägeres als glückliche Sklaven, sagte mal ein kluger Kopf. Ein Volk, das glaubt, Schlagsahne selber zu schlagen schon ein Ausdruck der Gewalt ist, macht keine Revolution.

Statt dessen machen die Herrschenden eine. Genauer: Die Herrscherclique führt einen Staatsstreich durch, ohne Beteiligung des Militärs. Dieser Umsturz ist ein Krieg gegen das eigene Volk, ein langsamer Bürger-Krieg, ohne laute Worte, aber stetig, auf Nachhaltigkeit angelegt. Neulich schrieb ich über den klammheimlich geänderten Grundgesetzartikel 23. Auch die Zange der Politischen Korrektheit wird immer enger gedrückt. Jetzt werden schon Personen und Organisationen vom Verfassungsschutz „beobachtet“, die sich offen zum Grundgesetz bekennen, mit ihm argumentieren und mit einem Exemplar in der Hand Kundgebungen abhalten. Die Verfassungsschutzkeule bewirkt, dass Beamte, Soldaten und auch im Sicherheitsbereich tätige Bürger, sich nicht länger bei „beobachteten“ Organisationen betätigen werden. Dasselbe gilt für Mitglieder aus der Wirtschaft, die ihren Job nicht verlieren wollen.

“Vom Verfassungsschutz beobachtet” bedeutet das Ende einer jeden Karriere in Wirtschaft und öffentlichem Dienst. Und weil unsere Herrscher praktischerweise auch noch gleich selbst bestimmen, wer ein Verfassungsfeind ist, ist eine Mitgliedschaft in einer Organisation ohne stattliche Lizenz zur politischen Betätigung existenzbedrohend, und jede Parteineugründung kann so umgehend und einfach wieder liquidiert werden. Die Auslegung von Begriffen, etwa von “islamfeindlich” oder “EU-hinderlich”, liegt allein in den Händen der gleichgeschalteten Parteifunktionäre, und die Vollstreckung der Strafe gegen derartige Vergehen schlankweg bei den von ihnen eingesetzten Richtern. Und die vierte Gewalt, die Medien? Schon lange kommt aus den Zwangsmedien nur eine einzige Meinung, aber auch die Meinungspalette der „freien“ Medien wird immer grauer.

Kommt das ganze den älteren Lesern unter uns bekannt vor? Genau! Früher kritisierte man das, aber nur weil die Kommunisten solchen Terror praktizierten, die Opfer nannte man Dissidenten und diese wurden im Westen als Helden gefeiert. Solche Parteien nannte man Blockparteien, derartige Richter Gesinnungstäter, und die Medien gleichgeschaltet. Und das gesamte System war eine kommunistische Diktatur. Verdammt lang ist’s her.

Die BRD-Politiker haben in den letzten beiden Jahrzehnten unzählige Entscheidungen getroffen, die klar Verfassungswidrig sind, und diese Politik wird immer offener und unverschämter durchgeboxt: von Masseneinwanderung hin zu den „Rettungsschirmen“, von der Selbstaufgabe des Bundestags und der Übergabe der Rechte an die EU bis hin zu alltäglichen Diskriminierung von Deutschen durch deutsche Richter. Von dem durch Kohl diktatorisch eingeführten Euro bis hin zum vom höhnischen Gelächter des Bundeskanzlers Schröder beim Bruch der Defizitobergrenzen. Vertrags- und Rechtsbruch so weit das Auge reicht. Das beschränkt sich nicht nur auf die Politiker: Die, übrigens demokratisch nicht legitimierten, obersten Gerichte werden schon seit langem nach Parteiproporz mit „geeignetem” Personal besetzt, das zunehmend Urteile spricht, die früher undenkbar gewesen wären, die aber die Marschroute der Politik juristisch flankieren. Man kann nicht schnell genug gucken, wie schnell Recht, Ordnung und Moral verschwinden.

Für Bürger mit wachem Verstand ist die Marschroute sonnenklar: EU-Diktatur statt Demokratie, Meinungsverbote statt Meinungsfreiheit. Freiheit der Wissenschaft, Briefgeheimnis, Unverletzlichkeit der Wohnung, das Recht auf Eigentum so wie die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz werden bald nur noch im Museum zu besichtigen sein, und der Bevölkerung – nicht mehr dem deutschen Volk – als abschreckende Beispiele vorgeführt werden. Der Multikulturalismus wird die offizielle Ideologie eines Staates, der den Menschen je nach Abstammung, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung und anderen beliebig hinzufügenden Merkmalen unterschiedliche Rechte zuweisen wird.

Die Politik exekutiert emotions- und lückenlos wie systematisch Beschlüsse, Verordnungen und Befehle der Global Governance – von der UNO über die OECD oder die Weltbank, bis hin zu mächtigen NGO wie Greenpeace, und supranationalen Konzerne und Banken -, die alle zum Ziel haben, unsere Rechts- wie Werteordnung abzuschaffen und diese durch eine „unsichtbare Verfassung” zu ersetzen, von deren Existenz wir erst erfahren, wenn wir dagegen verstoßen. Wie von der Existenz einer perfekt blitzblanken Glaswand, die wir erst schmerzvoll wahrnehmen, wenn wir mit unserer Nasenspitze dagegen stoßen.

Unsere freiheitliche Ordnung wurde zum Tode verurteilt, weil sie für alles Böse seit Menschheitsdämmerung verantwortlich gemacht wird. Kriege, Rassismus, Kolonialismus und Sklaverei – alles Böse sei historisch aus dem Westen gekommen, und das aus unserer Zivilisation entstandene Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, ja unsere Wissenschaft, gefährdeten das Überleben des Planeten. Mit auf der Anklagebank saßen auch die Religion, der Nationalstaat und die Familie, die allesamt als Keimzellen und Brutstätten des Bösen gelten, und den wahren Weltmächtigen im Weg stehen und von deren Beseitigung sie sich freie Bahn für ihre Unternehmung versprechen.

Auch die auf christlich-jüdischem Fundament basierten Menschenrechte wurden als hinderlich ausgemacht und durch eine „moderne” Auslegung des Menschenrechtsbegriffes ersetzt. Die „neuen“ Menschenrechte sind ein liquider, ständigen Veränderungen unterzogener Prozess der “Vermittlung” und des Aushandelns, dadurch nicht justiziabel. Sie sind der westlich fundierten Definition von der den Menschen unentwendbar innewohnenden, individuellen Würde vollständig entgegengesetzt. Dieser Definitionstausch führt von den individuellen Menschenrechten weg und schnurgerade zu den gruppenbezogenen Rechten, wo das Individuum nichts mehr gilt und nichts mehr wert ist, die Gruppe dagegen alles.

Wohl erst am Ende dieser Sackgasse angelangt werden sich die Menschen fragen, warum sie niemand gewarnt hatte, und wenn doch, wo all die Warnschilder auf dem Weg in diese Diktatur standen. Für eine Wende allerdings wird in dieser engen Gasse kein Platz sein und den Rückwärtsgang haben die Social Engineers schlicht vor Jahrzehnten schon wohlweislich ausgebaut.

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