Willanders – Rechts vor Links

22. Oktober 2010

Deutsche Willkommenskultur

Filed under: demographie,Integration,politik,steuern — willanders @ 08:08
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Knapper Artikel von Gunnar Heinsohn in der FAZ. Kürzer und präziser kann man diese Misere nicht auf den Punkt bringen! Man fragt sich aber nach dem Lesen, bräuchte Deutschland überhaupt Zuwanderung, wenn es diese sechs Zumutungen beseitigen würde? Der Blogbetreiber treibt sich seit vielen Jahren in der Welt herum und macht die Erfahrung, dass er immer weniger gefragt wird nach Deutschland als eventuellen Wohnort für Einwanderer. USA, Kanada, Australien ja, aber Deutschland? Mein Land wird immer weiter nach unten durchgereicht wenn es um Attraktivität für junge, fähige, gut ausgebildete Menschen geht. Wer geht schon freiwillig in ein Land mit schlechtem Wetter, miesgelaunten Menschen, um dann noch einen Grossteil seines Einkommens für Mitbewohner auszugeben, die ihn dafür hassen und womöglich umbringen, wenn er abends von der Arbeit nach Hause fährt.

 

 

Qualifizierte Zuwanderung

Willkommen in Deutschland!

Der teuerste Sozialhilfesektor der Welt, die Versorgungslast einer vergreisenden Bevölkerung und dann auch noch Deutsch lernen: Auf qualifizierte Zuwanderer warten in Deutschland mehr Zumutungen als Versprechen.

Von Gunnar Heinsohn

Aus dem knappen internationalen Angebot an Hochqualifizierten will Deutschland jährlich nicht nur rund tausend, sondern alsbald viele hunderttausend für sich gewinnen. Will man mit Australien gleichziehen, das bei einer Bevölkerung von 22 Millionen im Jahre 2009 mehr als 300.000 Neubürger hereinholte, so müssten es bei uns im Verhältnis mehr als eine Million sein. Aufgrund des Durchschnittsalters von 37 Jahren gegenüber 44 in Deutschland sähe die australische Bilanz aber immer noch besser aus. Wollte man mit Kanada gleichziehen, das bei 34 Millionen Einwohnern und einem Durchschnittsalter von vierzig Jahren 2009 rund 250.000 Einwanderer anwarb, müssten wir immer noch 600.000 Asse anlocken.

Wie sieht bisher die Willkommenskultur für solche Scharen aus? Was kann man ihnen anbieten?

1) Die Zuwanderer müssen den relativ größten Sozialhilfesektor der Welt finanzieren, weil jeder legal und einkommenslos in Deutschland Lebende unbegrenzt und menschenwürdig von den Mitbürgern bezahlt wird.

2) Sie müssen in Deutschland den teuersten Renten- und Pensionssektor der Welt finanzieren.

3) Sie kommen in den Staat mit dem unter entwickelten Nationen höchsten Anteil an Jugendlichen ohne Ausbildungsreife (22 bis 25 Prozent), die sie nicht nur versorgen, sondern deren Zorn sie auch gewärtigen müssen.

4) Sie behalten deshalb von ihrem Verdienst nur 45 Prozent in der Tasche gegenüber mehr als siebzig Prozent bei den Angelsachsen.

5) Sie können aufgrund dieser Last und des Umstands, dass sie in das – neben Japan – am längsten schon vergreisende Land der Erde gelangen, für sich selbst keine passable Altersversorgung aufbauen.

6) Sie müssen neben dem Englisch, das sie als Hochqualifizierte ohnehin können und sie für die Anglo-Welt bestens rüstet, auch noch Deutsch lernen.

Wenn am Flughafen dann „Warum ist es am Rhein so schön?“ gespielt und eine Flasche Liebfrauenmilch entkorkt wird, kann das gewiss manchen Fremden mit Rührung erfüllen. Aber wird die ausreichen, um nach Dortmund/Westfalen statt nach Portland/Oregon zu streben? Es stimmt schon, dass sich bei einer Integration beide Seiten einbringen müssen. Aber was tut die Bundesrepublik bisher, um diese sechs Zumutungen für ein gelingendes Beieinander zu überwinden?

Gunnar Heinsohn lehrt Sozialwissenschaften an der Universität Bremen.

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1 Kommentar »

  1. This is a really good read for me, Must admit that you are one of the best bloggers I ever saw.Thanks for posting this informative article.

    Kommentar von Suchmaschine — 29. Oktober 2010 @ 00:57 | Antwort


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