Willanders – Rechts vor Links

15. September 2010

Die Deutschen müssen aufpassen. Sonst ist Krieg!

Filed under: demographie,Integration,islam,jungen,politik,terror — willanders @ 20:03
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Hier eine hervorragende stern-Reportage von 2009

Dieser Text beschreibt die Wirklichkeit in Deutschland, wie ich sie in meiner beruflichen Tätigkeit bei den Behörden einer deutschen Grossstadt kennengelernt habe. Ich hätte diesen Bericht genauso geschrieben, vielleicht noch die Standardschreiben der Staatsanwaltschaft an die Straftäter erwähnt, die auch nach der hundersten Straftat eines 18jährigen Türken, in drei Zeilen freundlich bitten, bitte bitte! keine weiteren Raubüberfälle, Vergewaltigungen, schwere Diebstähle mit Körperverletzung und Drogendelikte mehr zu begehen, weil dann die Staatsanwaltschaft doch irgendwann vielleicht Strafen – wenn auch bewährungshalber – verhängen könnte, und das wollen wir doch alle nicht, nicht wahr?

Lange hier und doch nicht da

Begrüssung der Schweizer Fussballnationalmannschaft in der Türkei

Begrüssung der Schweizer Fussballnationalmannschaft in der Türkei

Sie leben hier seit Jahrzehnten, sie wohnen mitten unter uns. Und irgendwie doch nicht. Einwanderer haben es in Deutschland schwer. Sie wohnen in eigenen Vierteln, sprechen oft die Sprache nicht und sie wissen nicht, was die Deutschen von ihnen erwarten. Ihre Integration ist tragisch gescheitert. Von Franziska Reich und Özlem Gezer

***

Es ist schwer, nicht wütend zu werden. Man sitzt auf dem Sofa der Roma-Familie aus dem Kosovo, und der 24-jährige Vater raucht und jammert: Kein Geld, kein Geld. Gerade hat er die Reparatur seines riesigen Fernsehers angezahlt, der zweite läuft nebenan im Kinderzimmer, und die Tochter und die drei Söhne lächeln brav – nur der jüngste ohne verfaulte Zähne.

Man isst ein Stück Schokoladenkuchen bei der irakischen Großfamilie, und die Cousine schuftet in der Küche. Vor wenigen Wochen wurde sie frisch importiert als Braut für den ältesten Sohn. Und im Wohnzimmer zeigt der Vater seine Schulhefte aus dem Integrationskurs vor, zu dem die Arbeitsagentur ihn verdonnert hat, und er kichert albern und sagt: „Nicht verstehen, was soll das“ – und alle lachen.

Man trinkt einen Tee bei der kurdischen Familie, acht Kinder, fast 30 Jahre in Deutschland. Die Mutter sagt: „Meine Kinder gute Kinder, nicht mal rauchen“, und die zwei Söhne blicken hart gegen die Wand. Man weiß, dass sie gestohlen haben und verletzt und geraubt. Sie sind das, was die Polizei „Intensivtäter“ nennt. Und der eine sagt: „Ich hab hier eh keine Chance. Ich war schon zweimal im Bau.“ Er ist 15.

Was läuft falsch?

Es ist schwer, nicht wütend zu werden bei dieser Suche nach Antworten auf die immer drängendere Frage: Woran scheitert die Integration in Deutschland? 15,4 Millionen Menschen haben ihre Wurzeln in anderen Kulturen. Und man fragt sich: Warum ist rund ein Drittel von ihnen erwerbslos? Was läuft so schief in diesem reichen Land, dass 44 Prozent der Migranten keinen Berufsabschluss haben? Dass 20 Prozent ihrer Söhne und Töchter die Schule nicht abschließen? Dass ein Drittel ihrer Kinder mit Sozialhilfe aufwächst? Warum haben fast 80 Prozent der Berliner Intensivtäter einen Migrationshintergrund? Was läuft hier verdammt noch mal so schief, dass eine große Gruppe an der Gesellschaft nicht teilhaben kann? Nicht teilhaben will? Nicht teilhaben darf? Es ist schwer, nicht wütend zu werden.

Unsinnig, darüber zu streiten, wer nun die meisten Probleme hat – die Türken oder die Russen, die Muslime oder die Religionslosen. Unsinnig auch, immer nur auf die Metropolen zu starren – Berlin oder München oder Hamburg. Menschen, die mit dem deutschen Alltag nicht zurechtkommen; die verzweifeln und trotzdem so viele Kinder bekommen; die in Ghettos leben – diese Menschen trifft man überall. In Dortmund wie in Stuttgart wie in Villingen- Schwenningen. Oder in Bremen, dieser linksliberalen, chronisch armen Stadt an der Weser. Dort sehen die kaputten Viertel beschaulicher aus. Kleiner. Privater. Doch die Härte hinter den Gardinen ist die gleiche. Und Missverständnis und Wut. So viel Wut.

Eigentlich ist Sead Toska ein ruhiger Mann. Schüchternes Lächeln. 24 Jahre alt. Ein muslimischer Roma, der mit seinen vier Kindern, Mutter Sahira und Ehefrau Bana in der George-Albrecht-Straße im Bremer Norden wohnt. Vor sechs Jahren sind sie aus dem Kosovo gekommen, 18 Familienmitglieder in einem abgedunkelten Kleinbus. Seither wollen sie nichts als ein bisschen Leben. Mit deutschen Papieren. Mit Geld vom Sozialamt. In aller Ruhe. Doch immer wenn Sead Toska zum Sozialamt geht, verliert er sein schüchternes Lächeln. Dann flippt er aus.

Streit im Amtszimmer

An diesem kalten Januarmorgen sitzt er also wieder einmal der deutschen Amtsfrau gegenüber, die für T wie Toska zuständig ist. Er hat für den Monat nur den halben Sozialhilfesatz bekommen, weil seine Duldung verlängert werden musste. Er sagt: „Du musst mir geben Geld. War Silvester. Teuer. Nix mehr haben.“ Er streitet immer mit ihr. Er hasst sie. Sie sagt: „Ja, ja, Herr Toska, schon klar. Sie wollen wieder Geld.“ Und er explodiert: „Du nicht reden so. Du nicht behandeln mich wie Tier. Du machen deine Arbeit!“ Und sie sagt unendlich gedehnt: „Nicht in diesem Ton, Herr Toska“ – und holt die Akte.

Diese Stimmung aus Herablassung, Ablehnung und Wut legt sich wie Blei aufs Gemüt. So viel Streit in den Amtszimmern. Die Schreibtische – meterhohe Festungsmauern zwischen den deutschen Beamten und den Massen an Bittstellern, von denen die meisten an diesem Morgen Ausländer sind. Erschöpfte Sozialamtsmitarbeiter, resigniert oder genervt. Müde Bedürftige, unverschämt oder verängstigt.

1640 Euro bekommt Sead Toska vom Amt für Soziale Dienste nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Davon gehen 730 Euro an den Vermieter. Sead Toska hat schon mal vier Monate lang gearbeitet – bei einer Leiharbeitsfirma für sechs Euro die Stunde. „Das wenig Geld. Und dann immer die schmeißen mich raus“, sagt er. Sead Toska wusste schon vor seiner Reise nach Deutschland, dass ihm Geld vom Sozialamt zusteht. Er findet nur, dass es zu wenig ist. „Über 100 Euro für Zigaretten. Ich kann Kinder nichts kaufen. Leben bisschen schwer“, sagt er.

Wieder ein Missverständnis

Und dann schaut er einen an mit diesem schüchternen Blick und sagt: „Mein Sohn Djekson nicht mehr Schule freitags, wegen Diebstahl oder Versicherung, ich verstehe nicht“ – und man fragt nach bei der Schuldirektorin, warum der Achtjährige freitags keinen Unterricht mehr haben soll, und sie sagt: „Ach ja, wieder einmal so ein Missverständnis. Djekson hatte ein einziges Mal am Freitag keinen Unterricht. Da ist Elternsprechtag“ – und man erklärt es dem Vater, und der lächelt und zuckt ratlos die Schultern.

Familie Toska lebt seit sechs Jahren in Deutschland – und so vieles scheint schon endgültig in die falsche Richtung gelaufen. Wie Tausende andere Familien, die wegen eines Bürgerkriegs oder wirtschaftlicher Not ihre Heimat verließen, so sind auch sie verfangen im Dschungel von Wohlfahrtsstaat und Behörden. Sind hier und doch nicht wirklich. Lernen weder Sprache noch Kultur. Lernen nur den harten Kampf um Papiere und Gelder.

Wenn man solche Familien nach ihrem Einwanderer-Schicksal befragt – so oft erlebt man ein erschreckendes Spektrum an Ahnungslosigkeit. Keine Ahnung, warum ausgerechnet Bremen. Keinen Schimmer, warum Duldung, Fiktionsbescheinigung oder wie auch immer die amtsdeutschen Bezeichnungen des Aufenthaltsrechts heißen. Keinen Dunst, was Ermessen der Behörde ist – und was Gesetz.

So viele Menschen leben über Jahre hinweg in Deutschland und wissen nicht, was ihnen warum in diesem Land geschieht.

Zu fremd, zu einsam

Inzwischen stapeln sich zwar in den deutschen Behörden Faltblätter und Broschüren: erste Anlaufstellen für Flüchtlinge von Caritas oder Arbeiterwohlfahrt, Extra-Beratungsstellen beim Arbeitsamt, Informationen über Integrationskurse – so viele Telefonnummern und Adressen von Institutionen, die helfen könnten. Doch die meisten Einwanderer, nach ihren ersten Schritten in der fremden Welt befragt, erzählen endlose Geschichten über Schikanen der Behörden – und gnadenlose Einsamkeit. Sie waren zu fremd, um nach dem Faltblatt zu greifen. Zu hilflos, um eine Telefonnummer zu wählen. Zu allein, um nach Hilfe zu fragen. Wenn sie Glück hatten, halfen Verwandte. Wenn sie Pech hatten, verfingen sie sich im Teufelskreis aus falschen Erwartungen und Unwissen.

Und zu viele hatten Pech. Jahrzehntelang Pech. So oft. So tragisch.

Man lernt Familien kennen wie die Gencs, kurdische Libanesen, die seit 21 Jahren im Bremer Osten leben. Nur der älteste Sohn ist nicht hier geboren, die anderen sieben Kinder kennen kein anderes Land. Doch über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich ihr juristisches Schicksal nicht entschieden. 21 Jahre lang in Deutschland mit Kettenduldung – immer in Angst. Die Kinder gehen zur Schule, die Mutter besucht einen Alphabetisierungskurs, nette Leute, die sich um ihr Leben in Deutschland bemühen. Jetzt sollen sie abgeschoben werden. Die Behörden glauben nicht, dass sie aus dem Libanon stammen. Nun sollen sie in die Türkei, auch wenn keiner außer dem Vater Türkisch spricht. Die Familie – verzweifelt. Die Nachbarn – entsetzt. Warum sie? Warum nach all den Jahren?

Man lernt junge Männer kennen wie Ahmad Ammouri, 22 Jahre alt, in Deutschland geboren. Für ihn hat das Unwissen Konsequenzen fürs Leben. Die Grundschullehrer hatten den Sohn libanesischer Flüchtlinge fürs Gymnasium empfohlen. Seine Eltern gingen zum Elternabend und bekamen ein Formular vorgelegt, auf dem sie ankreuzen sollten, welche Schule sie für Ahmad wünschten. Sie kreuzten „Hauptschule“ an. Seine Mutter sagt heute: „Meine Kinder sagen mir, dass wir manches falsch gemacht. Ich sage immer: Es tut mir leid. Es tut mir schrecklich leid.“

An den Rand der Stadt verbannt

Wie viele andere deutsche Städte, so hat auch Bremen seine Ghettos säuberlich an den Rand der Stadt gedrückt. Lüssum liegt 26 Kilometer von der schicken Fußgängerzone im Zentrum entfernt. Viergeschossige Sozial-Wohnblöcke in vergrautem Gelb, die Balkone bepflanzt mit Wäscheleinen und Satellitenschüsseln im Dutzend. Gleich dahinter alte Einfamilienhäuschen von deutschen Rentnern, die Vorgärten bepflanzt mit Thujen im Richteuch. Und an den Kaffeetafeln: Feindseligkeit und Groll.

Im vergangenen Sommer wurde in viele der Häuser eingebrochen, in mancher Straße in jedes zweite. Und so haben sich die erbosten Bürger zur Bürgerinitiative „Sicherheit in Lüssum“ zusammengeschlossen – einer Bürgerwehr mit mehr als 20 Mann. Wenn etwas passiert, startet eine Notrufwelle per SMS, und sie alle kommen zu Hilfe – ein deutsches Heer mit Knüppeln und Besen. „Wir müssen uns selbst verteidigen. Der Politik sind wir egal“, sagen sie. Seit vergangenem Juli hat ein anderer Bürgerverein Vorschläge gesammelt, eine fünf Seiten lange Liste mit Wünschen von radikal bis radikal irre: „Die doppelte Staatsbürgerschaft darf es nicht geben und führt zur sofortigen Abschiebung.“ Und: „Ein Kopftuch sollte verboten werden. Wir tragen auch kein Kreuz auf dem Kopf.“

Ein Viertel in Aufruhr.

Es hat noch nie zu den feinen Adressen Bremens gehört. In den Mietskasernen der Lüssumer Heide, einer kleinen, schmutzigen Straße, wohnten früher Arbeiter der Bremer Werften. Als die Werften in den 80er Jahren zu sterben begannen, zogen erst amerikanische Soldaten ein und dann wieder ab, und schließlich kamen mehr und mehr Migranten, Menschen aus mehr als 70 verschiedenen Ländern. Sie wollten in der Nachbarschaft ihrer Verwandten leben. Oder sie wurden von den Behörden geschickt, weil hier große und günstige Wohnungen zu vergeben waren.

Begehrte Spekulationsobjekte

Ende der Neunziger dann wurden viele der Wohnblöcke in Bremen-Nord wie auch anderswo in Deutschland an internationale Immobilien- und Hedgefonds verkauft. Häuser mit Bewohnern, deren Miete verlässlich von Sozialamt oder Arbeitsagentur bezahlt wurde, galten als begehrte Spekulationsobjekte. Hauptsache, irgendwie vermietet an pflegeleichte Menschen, die nicht wissen, wie man sich juristisch korrekt gegen eine kaputte Heizung oder Schimmel wehrt. Stumme Mieter. Die meisten: Migranten.

Heute läuft man durch die Lüssumer Heide und erlebt den tristen Alltag eines kurdischen Dorfes. Frauen, die geblümte Stoffe für ihre Röcke und Kopftücher aus dem Kleinbus am Straßenrand kaufen. Jungs, die ihre Nächte im Internetcafé verbringen und mittags um zwei aus ihren Zimmern muffeln. Mädchen, die auf der Sonderschule gelandet sind, weil sie zu schlecht Deutsch sprechen.

Es ist nicht so, als würde sich die ordentliche Bürgerwelt nicht um diese Viertel kümmern. Zwar zieht keiner, der den Anschluss an die Gesellschaft behalten will, in solche Gebiete. Doch spätestens, wenn es beängstigend schiefläuft, wenn der warme, gemütliche, soziale Frieden in Gefahr scheint – spätestens dann stürzt sich die deutsche Sozial-Industrie auf diese Flecken. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben: 16 Milliarden Euro jährlich gehen dem Staat schon heute durch mangelnde Integration verloren. Welche Kosten auf Deutschland zukommen, wenn auch die nächste Generation nicht ankommt, vermag keiner vorauszusehen. In mancher deutschen Großstadt stammen zwei Drittel der unter Fünfjährigen aus Migrantenfamilien, in einigen Vierteln mehr als 80 Prozent. Was, wenn auch die Jüngsten im Nirgendwo der Gesellschaft landen?

Ratlosigkeit im Helferlager

Und so stürzt sich also eine Armada an Familienhelfern, Streetworkern, Sozialpädagogen, Bewerbungshelfern, Bewährungshelfern, Sprachlehrern, Jobvermittlern, Psychologen, Konfliktschlichtern, Jugendgerichtshelfern und Kontaktpolizisten auf die Familien, die es über Jahre hinweg nicht schaffen, sich in Deutschland ein eigenständiges Leben aufzubauen.

Blauhelme im Brennpunkt.

Alireza Mohamadzadeh, ein ehemaliger freiwilliger Jugendhelfer in Bremen, sagt: „Manche Stadtteile sehen aus wie ein Krankenhaus. Es gibt mehr Sozialarbeiter als Bewohner. Man vermittelt den Leuten das Gefühl: Ihr seid krank. Um euch muss man sich kümmern.“ Krisenintervention, Tag für Tag, um zumindest denen zu helfen, die vielleicht doch noch zu retten sind. Eine Sozialpädagogin, seit vielen Jahren in einer Jugendeinrichtung in Bremen-Nord, sagt: „Manchmal werde ich zu einer Konferenz gerufen, um über einen einzigen schwierigen Jugendlichen zu sprechen. Da sitzen dann 20 Personen im Konferenzraum, alles, was man sich an professionellem Hilfspersonal vorstellen kann, und alle sagen: Keine Ahnung. Wir wissen auch nicht weiter.“

Heerschar der Ratlosigkeit.

Wie so viele, die man in Bremen-Nord trifft, möchte auch diese Sozialpädagogin ihren Namen nicht nennen. Polizisten, Sozialarbeiter, Lehrer, Wohnungsbaugesellschaften – sie alle wollen nicht erkennbar sein, wenn Bremen in schlechtem Licht erscheint. Außerdem wurde vergangenes Jahr der Leiter eines Jugendfreizeitheimes von einer Gang verprügelt, nachdem er öffentlich gesagt hatte, seine Jungs seien gar nicht so hart, die hätten manchmal sogar Angst vor Hunden. Es braucht hier nicht viel, um das Maul gestopft zu bekommen.

„Die Gesellschaft scheitert“

„Immer wieder hofft man bei dem ein oder anderen, dass man ihn vielleicht doch ein bisschen in die deutsche Gesellschaft integriert. Und dann kommt er aus den Sommerferien zurück und hat eine importierte Braut dabei. Wir scheitern. Die Gesellschaft scheitert“, sagt die Sozialpädagogin. Und in welches Deutschland soll sie die Jugendlichen überhaupt integrieren? In das Deutschland des Ghettos?

Ein Kulturverein am Freitagmittag, Fußgängerzone in Bremen-Nord, Blumenthal. Die Fenster sind zugeklebt mit bunter Tapete. Tag für Tag hängen hier die jungen Männer des Viertels in den Sesseln und Sofas, spielen Karten, trinken Tee – und machen auf coolen Gangster.

An diesem Freitagmittag ist es Cemil, der den Wortführer der 20 Jungs gibt. Ein schmaler Mann Mitte 30. Streicht sich wieder und wieder über den rasierten Schädel und redet und flucht, und schließlich brüllt er: „Was wollen die von mir! Ich spreche Deutsch, ich esse Deutsch, ich denke Deutsch, und trotzdem behandeln die mich wie Dreck!“ Er hat gerade seine drei Kinder aus dem Kindergarten geholt – „für immer. Die gehen da nie wieder hin“, wie er sagt. Er ist ausgerastet, weil die Erzieherin seinen Sohn beschuldigt hat, das Klofenster kaputt gemacht zu haben. Sie hat Cemil mit der Polizei gedroht, und er hat gebrüllt: „Die Bullen, bitte schön, machen Sie doch!“ Sie hat ihm Hausverbot erteilt. Wie auch das Sozialamt. Wie auch die Ausländerbehörde. „Die Deutschen müssen aufpassen. Sonst ist Krieg!“, brüllt Cemil. Die anderen nicken, jemand ruft: „Der Aufstand in Frankreich war geil! Auch wir werden uns wehren!“

Dumpfe Gedanken

Man fühlt sich unwohl auf dem riesigen Sofa in dem riesigen Raum. Jeder dieser wütenden jungen Männer erzählt Geschichten über die Scheiß-Behörden. Die Scheiß-Deutschen. Die Scheiß-Verarsche in diesem Scheiß-Land. Einer sagt: „Wenn du Mohamed heißt, kriegst du nie einen Job.“ Ein anderer sagt: „Wenn die Deutschen sich nicht ändern, dann gehen wir. Dann ist hier nichts mehr übrig.“ Und man denkt plötzlich: Dann geht doch! Das wäre billiger! – und erschrickt zugleich über diesen dumpfen Gedanken.

Viele dieser Teestuben-Jungs sind hier geboren. Manche haben sogar Abitur. Sie alle beherrschen die deutsche Sprache perfekt. Diese Jungs sind die Söhne Deutschlands. Mehr noch: Sie sind viele. Sie sind die Zukunft – zumindest demografisch. Doch nicht ein einziger unter ihnen, der sich hier zu Hause fühlte. Nicht einer, der sich irgendwo zu Hause fühlte. Diese Jungs sind wie Fische, die aus dem Aquarium gefallen sind.

„Es ist die Hölle, wenn so viele Ausländer auf einem Haufen leben“, sagt Ali* an diesem Freitagmittag im Kulturver- ein. Er ist der sechste Sohn einer 14-köpfigen Familie aus dem Libanon. „Wir wollen ja selbst nicht, dass unsere Kinder in diesem Kanakenviertel aufwachsen. Zu viel Müll. Zu viel Kriminalität. Die Deutschen müssen die Ausländer auf alle Stadtteile verteilen. Sonst kannst du es vergessen.“

Harte Strafen oder Pädagogik?

So viele seiner Freunde haben schon Dutzende Male mit der Polizei zu tun gehabt. Auch er. Sie waren noch Kinder, als der Ärger begann. Als Kontaktpolizisten in ihre Familie kamen und „normenverdeutlichende Gespräche“ führten – sie klauten weiter. Als sich die Staatsanwaltschaft meldete, wieder und wieder, und Jugendgerichtshelfer und Richter ständig auf sie einredeten – sie überfielen und raubten weiter. Manche von ihnen landeten irgendwann im Knast. Egal. Ali zuckt nur die Schultern und sagt: „Was sollen wir machen? Die Deutschen sehen uns im Supermarkt und schicken sechs Wachleute hinterher. Ihr denkt sowieso, wir sind kriminell. Also sind wir es auch.“

Immer wieder entflammt die Diskussion darüber: Wie soll man umgehen mit Jungs wie Ali? Strengere Strafen, schnellere Urteile, Bootcamps oder Abschiebung – die Gesellschaft ist hilflos und schreit nach der Härte des Gesetzes. In Bremen wurde jüngst Strafanzeige wegen Rechtsbeugung gegen den Jugendrichter Meinders erstattet. Er hatte im „Römerstraßen-Prozess“ drei Jugendliche aus Einwandererfamilien mit Freispruch und Bewährungsstrafe laufen lassen. Sie hatten einen Studenten bis zur Schwerstbehinderung geprügelt. Die Staatsanwaltschaft zürnte, Politiker tobten, Bürger schrien in Leserbriefen: Skandal!

Richter Meinders – der Schlappschwanz in Robe.

Doch wenn man ihm in seinem Amtszimmer in der Bremer Innenstadt gegenübersitzt und er von seinem Berufsalltag erzählt, so bröckelt die Empörung. Richter Meinders ist ein nachdenklicher Mann, kein dummer. Auch er hat erkannt, dass sich die Härte der Delikte in den vergangenen Jahren verändert hat – weniger Diebstahl, mehr Raubüberfall. Und auch er gibt zu, dass sein Wirken an manchem Jugendlichen komplett vorbeigeht. Doch was soll er machen? „Wir können doch nicht alle ins Gefängnis stecken. Das deutsche Jugendstrafrecht hat eine starke pädagogische Ausrichtung. Sollen wir die aufgeben?“, fragt er. Und: „Was dann?“

Ruf nach mehr Konsequenz

Es sind hehre Gedanken aus der humanistischen Welt der aufgeklärten Bürger, die Richter Meinders so wohlgesetzt formuliert. Doch wohin führt es, wenn die Urteilsquote der Bremer Jugendgerichte bei 15 Prozent liegt, während im Bundesdurchschnitt immerhin 43,8 Prozent der Prozesse mit einem Urteil enden? Verstehen die Jugendlichen, dass auch die „Einstellung eines Verfahrens gegen Auflagen“ ein Warnschuss für sie ist?

Oder sehen sie darin einen Sieg?

Inzwischen verlangen nicht nur die Stammtische, sondern auch unzählige bestens integrierte Migranten mehr Druck und Konsequenz. Weniger Multikultikuscheln. Härtere Ansagen. Nicht nur von der Justiz, sondern von allen Institutionen der Gesellschaft. Soziologen wie Ralph Ghadban, 1972 aus Beirut nach Deutschland gekommen. Er sagt: „Entweder man lebt hier und hält sich an die Regeln. Oder man geht wieder. Man kann nicht nur das soziale Netz genießen, aber diese Gesellschaft ablehnen.“ Rechtsanwältinnen wie Gülsen Celebi, kurdische Wurzeln. Sie sagt: „Die Deutschen haben eine Nazi-Macke. Sie trauen sich nicht, gewalttätige Migranten zu kritisieren, weil sie Angst haben, als rechtsradikal bezeichnet zu werden.“ Frauenrechtlerinnen wie die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek. Sie sagt: „Deutsche sind im Zweifelsfalle eher bereit, ihre Verfassung zu ignorieren, als sich Ausländerfeindlichkeit vorwerfen zu lassen. Manche propagieren ein Toleranzverständnis, das einer Selbstaufgabe gleichkommt.“

Es ist schwer, nicht wütend zu werden. Man geht zum Arzt mit der Roma-Familie, und die Kinder laufen in die Apotheke und betteln um Bonbons. Schließlich liegt der jüngste Sohn nackt auf der Waage im Zimmer der Ärztin, und die Ärztin sagt: „Wir müssen das Gewicht noch mal kontrollieren. Er ist leichter geworden“ – und die Mutter sagt: „Nicht verstehen.“

Man feiert das Bayram-Fest mit der kurdischen Familie, und die Söhne starren feindselig geradeaus, allesamt berüchtigt als die härtesten Jungs vom Bremer Norden, und der Vater sagt: „Meine Frau bringt Kinder auf Welt. Jetzt sie sind deutsche Staatsbürger, und deutsche Staat muss kümmern“ – und lacht, als hätte er einen guten Witz gemacht. Es ist schwer, nicht wütend zu werden.

Es ist unmöglich.

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11 Kommentare »

  1. Der Leistungsgedanke ist der deutschen Gesellschaft abhanden gekommen. Fordern und Fördern ist angesagt und nicht die Allimentierung von der Wiege bis zur Bahre. Dies muss wieder die Messlatte in unserer Gesellschaft werden!

    Die Frage die sich stellt ist folgende: Wie kann es sein dass der 24 jährige Vater, die iranische Großsippe oder sonstiges Gesocks hier auftaucht und uns das laben zur Hölle macht? Bitte schickt dieses Gesinde zu Herrn Trittin, zu Frau Roth zu Herrn Gysi auf die Bude damit sie dort Remmi Demmi machen, deren Kinder grün und blau prügeln, vergewaltigen und demütigen.

    Raus mit diesen Pack, aber vorher bitte noch die fällige Strafe im Steinbruch bei Wasser und Brot abarbeiten.

    Sehnsucht nach …

    Kommentar von Tea Party — 3. Oktober 2010 @ 23:52 | Antwort

  2. Seit über 50 Jahren werden in diesem Land Menschen ernährt,verhätschelt und finanziell abgesichert – wie es in ihren moslemischen Hekunftsländern einfach undenkbar wäre! Ihre Zahl dürfte mittlerweile bei etwa 10 millionen liegen (eher darüber!) Ich habe so ziemlich alle denkbaren Drohungen,Beleidigungen, gierigen Forderungen u.größenwahnsinnigen Anmaßungen von diesen „Bereicherungen“ erlebt – was ich aber noch NIE von denen gehört habe,ist Das
    was bei uns jedes Kleinkind so ziemlich als erstes in seinem Leben lernt; ich meine das simple Wort D A N K E ! Danke daß ihr uns füttert,unsere Miete bezahlt,uns Sicherheit gebt,uns die Möglichkeit zur Bildung anbietet u.versucht zivilisierte Menschen aus uns zu machen – Danke!………..Liebe „Mitbürger“…na, wo hängt’s? Oder sollen Wir Danke sagen?…Danke, das wars!!! Güle güle!

    Kommentar von Kammerjäger — 29. September 2010 @ 23:49 | Antwort

  3. Frankreich macht es richtig. Die , die weniger als 10 Jahre in Frankreich sind und kriminell werden, bekommen die Staatsbürgerschaft wieder aberkannt und müssen raus. Nur soetwas würde bei den deutschen 68er Kuschelern natürlich zum Aufschrei führen. So läuft es ohne wenn und aber auf den Bürgerkrieg hinaus und die Politiker tun so, als ob nichts wäre. Eigentlich müsste man wie zu Zeiten der RAF gegen den Staat vorgehen. Es sind diese verschissenen Gutmenschenpolitiker, die seit 60 Jahren nichts anderes im Kopf haben, als bürgerliche Werte zu zerstören und den Sozialismus einzuführen. Nur machen da auch ihre verhätschelten Musels nicht mit. Es ist sowas von zum Kotzen. Deutschland geht vor die Hunde und ist auch noch stolz darauf.

    Kommentar von pimentos — 29. September 2010 @ 22:46 | Antwort

    • Nur piano mit der RAF! Es ist richtig, daß diese gegen den Staat vorging – jedoch der Staat sind WIR, noch zumindest. Diese Lumpen hätten unsereiner sofort in den Gulag, wenn nicht sofort an einer Ampel aufgeknüpft, diese Lumpen gehören in den Knast! Ist schon seltsam, nie gearbeitet, jetzt im Rentenalter und die haben Kohle und ein Leben wie in der Toscana – la dolce vita.

      Kommentar von jackdaw — 30. September 2010 @ 15:13 | Antwort

  4. […] Die Deutschen müssen aufpassen. Sonst ist Krieg! 20. Jahrhundert, Aktien, Allah, Astrologen, Astrologie, Ausländer, Berlin, Bevölkerung, Bewegungen, Bewusstsein, Burka, Crash, Crash kurs, dafür, Dax, Deportation, Deutschland, Erde, Ereignisse, Erleuchtung, ethnische Säuberung, Experten, Finanz, Flüchtlinge, Flucht und Vertreibung, gegenüber, Glaube, Integration, Islam, Islam in Deutschland, Islam konferenz, Israel, israelische, Kino, konjunktur, krieg, kultur, Kunkel, Maya, Maya kalender, Menschheit, Mohammed, mord, Moschee, Muslim, Muslime, Muslime in Deutschland, muslimische, Palästina, Palästinenser, palästinensischen, Polen, Politik, prognose, Prognosen, Prophezeiungen, Religion, Roland Emmerich, Schweiz, Staats, Türken, Umsiedlung, USA, Völker, Verbot, Vertreibung, Vertreibung der Deutschen, Vorhersage, Wahrsager, Welt, weltuntergang, Wirtschaft, Zentralrat der Ex-Muslime, Zentralrat der Muslime, Zusammenbruch Hier eine hervorragende stern-Reportage von 2009 gefunden bei Willanders Blog […]

    Pingback von Die Deutschen müssen aufpassen. Sonst ist Krieg! « BMSS-Just think about it! — 25. September 2010 @ 02:42 | Antwort

  5. Morgens den Hintern aus dem Bett bewegen, in die Schule gehen, Hausaufgaben machen, zur Arbeit gehen, Steuern zahlen. Gar nicht schwer. Wer das macht, muß nicht befürchten, daß „wir ihn nicht integrieren“. Er muß noch nicht mal hoffen, daß „wir ihn integrieren“. Das geht dann nämlich ganz von selbst. Ihr Bremer seid wirklich zum Heulen. Euch fehlt’s ganz einfach an dem nötigen Selbstbewußtsein.

    Kommentar von Geert Aufderhaydn — 24. September 2010 @ 17:12 | Antwort

  6. die tatsache, dass ausländer und deutsche in Deutschland gleich, absolut gleich, behandelt werden – nicht nur bei den sozialen transferleistungen, sondern beispielsweise auch beim eigentumsrecht – und beim strafrecht sogar mit einem dicken bonus für ihr blosses anderssein belohnt werden, diese tatsache erscheint uns heutigen Deutschen als ein naturgesetz, wie die schwerkraft. es muss so sein, es geht nicht anders. ob Deutscher, ob türke, ob „libanese“ oder zigeuner – alle kriegen den gleichen h4-satz, alle werden gleich behandelt.

    das ist aber mitnichten ein naturgesetz! diese gleichbehandlung – praktiziert nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen westlichen ländern – ist einmalig in der welt und einmalig in der menschheitsgeschichte. ich habe bisher in mehreren ländern gelebt. und beispielsweise in China würde ein beamter im sozialamt (das es dort durchaus gibt) einen tödlichen lachkrampf kriegen, würde ich da erscheinen und als ausländer einen antrag auf sozialhilfe stellen mit der begründung: „ich habe anspruch“. in den meisten ländern der welt habe ich als ausländer nicht nur kein recht auf hilfen der jeweiligen regierungen, sondern kann noch nicht einmal land oder immobilien erwerben, oder eine firma besitzen. in weit den meisten ländern der welt darf ich geld mitbringen und es auch brav da lassen, aber besitzen, geschweige denn nehmen, darf ich in keinem der länder.

    das ist eher schon ein „naturgesetz“.

    Kommentar von willanders — 24. September 2010 @ 17:10 | Antwort

  7. warum sich ausländer immer benachteilig fühlen ist liegt doch auf der Hand,sie kamen einst nach Deutschland,hielten ihre Hand auf und bekammen ohne irgendein Nachweiß zu erbringen sie wurden förmlich mit offenen Armen empfangen und man half ihnen ohne das sie betteln mussten,jetzt müssen sie sich teilweise selbst ein bisschen anstrengen um etwas anerkennung,Arbeit,Geld zu verdienen und desshalb denken sie sofort alle wären gegen sie und sie würden benachteilig behandelt.

    Kommentar von Bananenrepublik — 24. September 2010 @ 17:00 | Antwort

  8. jackdaw, es könnte nicht schaden, die „ich klage bis zum St.Nimmerleinstag“ Praxis (bezahlt vom Steuerzahler) der „laßt alle Migranten im Land, denn niemand ist illegal“-Rechtsanwälte stark zu straffen.
    „Sicherlich hatten und haben einige Schwierigkeiten damit in unserer Ego-Gesellschaft aktiv zu leben“ … Schwierigkeiten, daß ich nicht lache, ich sage es sind eingewanderte Raffzähne, die den Hals nicht voll genug bekommen.
    „der Vater sagt: „Meine Frau bringt Kinder auf Welt. Jetzt sie sind deutsche Staatsbürger, und deutsche Staat muss kümmern“ – und lacht, als hätte er einen guten Witz gemacht.“

    Ich zumindest habe keine Lust mehr, für das Projekt Weltsozialamt Deutschland gemolken zu werden, bis das Blut spritzt. Rente mit 67 (oder 100), Schuften bis zum Umfallen, möglichst ohne Pausen, Krankenkassenbeitragserhöhungen bis der Arzt kommt, nur damit Millionen Seads, Cemils, Alis und ihr Anhang sich in Deutschland ein schönes, von Arbeit unbelastetes Leben machen können. So haben sie denn auch genug Zeit sich auf kriminelle Weise ein paar Euros dazuzuverdienen, was ja OK ist, denn sie hassen uns Deutsche.
    Raus aus Deutschland und zurück in die Heimat mit denen, die sich nicht integrieren wollen, raus mit den Stützemigranten, raus mit den kriminellen Migranten, raus mit den Schariah-Moslems und sofortige Schließung des Weltsozialamts Deutschland!!!

    Kommentar von Konservativer — 24. September 2010 @ 16:57 | Antwort

  9. Es ist eine Kombination, die absolut nicht miteinander zu verbinden ist.

    Auf der einen Seite die deutsche Gesellschaft, größte Industrie- und Exportnation Europas mit einem riesigen industriellen Komplex, ein Land mit enormer Innovationsfähigkeit, das für seine Qualitätserzeugnisse weltberühmt ist.

    Und auf der anderen Seite die muslimischen Underdogs, die -wie im Bericht explizit hervorgeht- ganz offensichtlich hierher gekommen sind, weil der deutsche Staat für sie „sorgen muss“! Wohlgemerkt: Der deutsche Staat muss für sie „ohne jede Gegenleistung“ aufkommen!

    Wir müssen diese gesellschaftliche „Asymetrie“ endlich durch ein schärferes Einwanderungsrecht beheben, sonst können wir unsere Zivilisation, für die unsere Vorfahren so hart und blutig gerungen haben, endgültig vergessen!
    Ich denke nur, dass wir das UNSEREN Kindern und Enkeln nicht antuen dürfen!

    Kommentar von Dipl.-Ing. Horst Hamacher — 24. September 2010 @ 16:40 | Antwort

  10. Aus dem Südosten kamen und kommen Menschen, die in einer anderen Gesellschaft, einer anderen Struktur der Familie des Umfeldes aufgewachsen und geprägt worden sind.
    Sicherlich hatten und haben einige Schwierigkeiten damit in unserer Ego-Gesellschaft aktiv zu leben. Eine noch größere Leistungssteigerung der gastgebenden Gesellschaft wird nicht die entsprechenden Probleme (manche berechtigt) lösen können. Die hier Integrierten wissen darum, die Einheimischen erst recht.
    Wir haben hier nicht unbegrenzte Sippenlösungen, wir haben aber auch keine Sippenhaft. Unsere Gesellschaft (die westlich Europäische) basiert auf Individuen.
    Eine totale Verantwortung oder gar Schuld sollte dieser Allgemeinheit nicht aufgebürdet werden.

    Wir wollen keine alt japanische Zustände. Damals hat es fast keine Rechtsanwälte in Japan gegeben und dieser Berufsstand war extrem schlecht angesehen und gefährlich. Bei einer Verurteilung des Mandanten (fast immer, warum war der Mensch sonst vor Gericht!) wurde auch der Verteidiger mit abgestrafft.

    Kommentar von jackdaw — 16. September 2010 @ 03:05 | Antwort


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