Willanders – Rechts vor Links

5. Oktober 2009

Bettina Röhl trifft wieder ins Schwarze

Ach, ist das schön wieder mal was Erfrischendes von Bettina Röhl zu lesen!

Thilo Sarrazin und die Heuchel-Gesellschaft – von Bettina Röhl, Journalistin und Publizistin

Zu einem Erfolg auf dem Felde der Integration gibt es keine Alternative. Das sollte jedem bewusst sein und daran sollte jeder mitarbeiten. Mit der gnadenlos praktizierten, plumpen und brutalen Tabuisierung des Themas Integration wird die Sache in die Hose gehen. Zum Nachteil von 84 Millionen Bundesbürgern. Wenn Heuchelei normal ist und die Realität verschwiegen wird, in ihr Gegenteil verkehrt wird oder völlig aus dem Blick gerät, ist eine Gesellschaft nicht viel wert. Der Weg von der Heuchelei zur Hatz, zur Menschenjagd, ist nicht weit.

Hier geht es ausdrücklich nicht um die Frage, ob die Äußerungen des Thilo Sarrazin zum aktuellen Status der Stadt Berlin und deren Integrations- oder Desintegrationsstand richtig oder falsch, untertrieben oder übertrieben sind. Das ist wenige Tage nach dem Beginn der öffentlichen Diskussion um die Sarrazinschen Einlassungen (veröffentlicht hier) fast nebensächlich geworden.

Das von der Anwerbung des ersten Arbeitnehmers aus dem Ausland bis hin zum heutigen Integrationsdilemma alles, aber auch alles falsch gemacht wurde, ist prima facie dessen, was jeder täglich beobachten und erfahren kann, einigermaßen evident. Das, was in Sachen Integration von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, gut und richtig gelaufen ist, ist eher aus Versehen und zufällig gelungen und vor allem deshalb, weil sich einzelne Menschen in ihrem konkreten Umfeld bemüht haben.

Der Staat hat jedenfalls systematisch versagt und dieses Versagen wird durch das widerwärtige Ausmaß an Heuchelei stündlich, minütlich und sekündlich in allen Medien aller Orten bis in die Parteien, die Gewerkschaften, die Kirchen und jede private Wohnstube hinein, nicht nur verstärkt, sondern immer weiter in Richtung Unlösbarkeit getrieben.

Hier geht es nicht um die Frage von Schuld, nicht einmal um die Frage von Verursachung, sondern lediglich darum, dass festgehalten wird, dass die Menschenjagd auf Sarrazin, die hier de facto von etlichen Institutionen – besser von einzelnen Menschen, die ihre Institutionen instrumentalisieren – unternommen wird, nicht mit den Gedanken des Grundgesetzes in Einklang zu bringen ist. Und es ist Menschenjagd, was einzelne in der SPD, in den Gewerkschaften, in der Bundesbank oder in der Denunziantenpartei der Grünen hier veranstalten. Besonders unvornehm ist das Verhalten des Bundesbankpräsidenten Alex Weber.

Sarrazin hat ein Recht auf Fairness

Was Sarrazin gesagt hat, muss jemand sagen dürfen, ohne, dass er persönlich vernichtet wird. Sarrazin hat ein Recht, mit dem was er gesagt hat, auf das Gegenargument. Und die Gesellschaft und die Bürger dieses Land haben ein Recht auf Diskussion. Die Reaktionen, die Sarrazin erzeugt hat, beweisen, dass das Thema Integration von einem gefährlichen Ungeist totgebügelt wird, obwohl es das wahrscheinlich virulenteste Thema der Gegenwart ist.

Ohne jede Grundlage werden Phantastereien, Ideologien und alle möglichen Verklemmungen gepaart mit skrupelloser Karrieresucht und einem unerträglichen Gutmenschentum zu einer verquasten Pampe gerührt. Wie gesagt, ob Sarrazin unter- oder übertreibt, ob er überhaupt richtig oder gänzlich falsch liegt, oder ob Sarrazin sich im Ton vergriffen hat oder nicht, ist ein eigenes Thema für sich, dass aber nur diskutiert werden kann, wenn Meinungsfreiheit und wenn Fakten herrschen, respektive eine Chance haben, erkannt zu werden.

Man hört förmlich wie die laut Bundesbankpräsident Alex Weber so wichtige Bundesbank (ob die Bundesbank noch so wichtig ist, wie sie sich selbst nimmt, ist fraglich) in Gestalt einiger Kollegen von Herrn Sarrazin sich hinter vorgehaltener Hand an den jetzt vor sich her getriebenen Sarrazin wendet und sagt: sie haben ja recht, aber es ist noch viel schlimmer, aber das sagt man nicht, Sie sind ein Idiot, Sie passen nicht in den Club, Sie müssen gehen!

Man hört förmlich, wie Gewerkschaftsführer, SPD-Mitglieder, große Bürger, kleine Bürger, Staatsanwälte und Richter und Meinungsmacher Sarrazin zuraunen: endlich sagt es mal einer, aber der muss dann eben dran glauben und er wird entweder von den deutschen Mitbürgern oder von Mitbürgern mit Migrationshintergrund gelyncht oder von Muslimen oder von wem sonst, und dann hätte er es ja auch schlussendlich verdient.

Eine große Mehrheit der Bevölkerung, das weiß man, steht hinter den Aussagen von Sarrazin und schaut weg. Die Wegschauer-Mentalität der Deutschen ist berühmt, wenn Sarrazin einzustecken hat. Früher waren es angeblich die Spießer, die das Heer der Mitläufer stellten. Wenn dem so wäre, dann allerdings bestünde die Nation heutzutage überwiegend aus Spießern.

Die selbst ernannten und selbst tätigen Gesinnungspolizisten sind unterwegs und verfolgen diesmal einen Sarrazin. Um diesem Gesinnungspolizistentum entgegenzutreten, sollten Vokabeln wie „ausländerfeindlich, frauenfeindlich, kinderfeindlich“ und dergleichen mehr entlarvt werden, als das, was sie sind, nämlich unangenehme und nebulöse moralische Anwürfe, die keinem anderen Ziel als der Meinungsmache ad personam dienen. Und die Inflation solcher Begriffe zeigt, wie gefährlich solche schnell dahin gesagten Worthülsen sind.

Das Bundesverfassungsgericht meint, dass wir in einer reizüberfluteten Welt leben und zieht daraus den irrigen Schluss, dass deswegen gegen einzelne Menschen oder überhaupt mit drastischen Ausdrücken, die beleidigend sind, herum geholzt werden dürfe, um es drastisch auszudrücken. Danach dürfte Sarrazin herumfuhrwerken, ohne persönlich Schaden nehmen zu müssen.

Der Bundespräsident, der Bundestagspräsident und die Bundeskanzlerin schweigen

Um es klar und deutlich zu sagen, hier geht es weder um den Wirklichkeits- und Wahrheitsgehalt der Sarrazinschen Äußerungen, noch darum, ob Volkes Mehrheit Recht oder Unrecht hat. Hier geht es ausschließlich darum, dass eine Maulkorb-Mentalität, eine Besserwisser-Mentalität, eine Gutmenscherei, ihren Unrat über jemanden ergießt, der seine Meinung zu dem tabuisierten und versiegelten Thema Integration kund getan hat. Und der Bundespräsident, und der Bundestagspräsident und die Bundeskanzlerin schweigen zum wichtigsten Thema der Gegenwart und ergehen sich in Schwadronierereien über die deutsche Einheit und eine Weltwirtschaftskrise, die erkennbar von endlicher Dauer ist.

Deutsche Einheit? Die vertikale Teilung Deutschlands, die ist, Frau Bundeskanzlerin, am 3. Oktober vor zwanzig Jahren beendet worden. Aber die horizontale Teilung der Gesellschaft in divergierende Parallelgesellschaften ist eine sich täglich verstärkende Katastrophe.

Die Deutschen ohne Migrationshintergrund, und besonders die jungen und ganz jungen Deutschen, haben ein Recht darauf, vorbereitet zu werden, dass sie als Gruppe in allerkürzester Zeit in Deutschland in der Minderheit sein werden, in großen Städten allemal. Dies ist ein Vorgang, der ohne historisches Vorbild in der Menschheitsgeschichte ist, weshalb es keine verwertbaren Erfahrungswerte gibt. Und ein Thema, das ganz Westeuropa betrifft.

Man kann es nicht mehr mit anhören, wie jetzt viele der Menschen, die meinen, ihre Stimme jetzt öffentlich erheben zu müssen, ununterbrochen voneinander abkupfern und dozieren: die Migranten müssen die deutsche Sprache lernen und dann lebten wir im Paradies. Und so ein Quatsch ist Mainstream. Das Beispiel der Probleme der Wiedervereinigung in den Köpfen der Menschen, die alle von Haus aus Deutsch sprachen, ist bis heute nicht vollständig gelöst.

Die Herzlosigkeit, mit der um der eigenen Karriere Willen Zauberformeln feil geboten werden und teilweise Dinge ins Werk gesetzt werden, die man als Spiel mit Menschen bezeichnen muss, siehe die unendlichen Experimente im Schulbereich, ist grenzenlos.

Eine Migrantenpartei wäre das Gebot der Stunde

Es ist völlig in Ordnung, wenn Interessenvertreter Interessen vertreten. Es ist völlig in Ordnung, wenn Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund und Migranten Migranteninteressen vertreten. Wenn das Ziel Integration überhaupt noch weiter verfolgt wird, muss es auch völlig in Ordnung sein, wenn Deutsche deutsche Interessen vertreten. Sonst gibt es Asymmetrien, die zu den schlimmsten Verwerfungen führen. Die meisten Migranten vermissen, dass Deutsche nicht deutsche Interessen vertreten. So gesehen vermissen sie, dass es nicht viele Sarrazins gibt, mit denen sie die Kräfte messen und die friedlichen, verbalen Klingen kreuzen können.

Dass nun ausgerechnet ein Rumäne, also ein EU-Bürger, als Trittbrettfahrer auf den Zug aufgesprungen ist und eine Migrantenpartei unter kaschiertem Beifall deutscher Stimmen und offenem Beifall von Migrantenstimmen gründet, zeigt, wie es um das Thema Integration steht. Jemand, der bestens ausgestattet ist mit all den Rechten, um die Migranten aus fremden Ländern hierzulande kämpfen müssen, macht in der Attitüde des selber Betroffenen den Kämpfer für die Migranten. Das ist peinlich und noch peinlicher ist, dass das einfach so glatt durchgeht.

Die positivste Wirkung, die ein Sarrazin überhaupt erzeugen könnte, ist allerdings die Gründung einer Migrantenpartei, die offenbar schon etwas früher in die Startlöcher getreten war. Eine Migrantenpartei könnte die Diskussion, die bislang einfach unterdrückt wird, die totgewalzt wird, in Gang bringen und wahrscheinlich gibt es nichts anderes, was eine solche Wirkung entfalten könnte. Da müssen die Migranten Farbe bekennen und Rechte und Verantwortung in eine Balance bringen.

Es kann allerdings nicht sein, dass eine Migrantenpartei, voll auf den Zug der politischen Korrektheit segelnd, ( wie bereits in einigen Medien angekündigt) eine Strafanzeigen-Maschinerie gegen jeden wäre, der angeblich oder tatsächlich etwas gegen Ausländer gesagt hätte. Die Migranten geben mindestens genauso viel Anlass für Anzeigen wie die Deutschen umgekehrt. Auch die Migranten sind nicht frei von Heuchelei, das ist kein rein deutsches Phänomen. Auch um das genauso sichtbar zu machen, wie die deutsche Heuchelei, wäre eine Migrantenpartei das Gebot der Stunde.

Dutzende von Millionen Menschen sind von dem Thema Integration betroffen

Man kann das Gequatsche und Geholze und das Schweigen, wo Diskussion geboten wäre, nicht wirklich ertragen. Die Gesellschaft kann es nicht ertragen. Dutzende von Millionen Menschen sind von dem Thema Integration vom Kindergarten bis zum Seniorenheim betroffen und in manchen Ballungsräumen besonders, da lässt es sich überhaupt nicht mehr verantworten, verehrte Staatslenker, wenn sie schweigen und ein katastrophales Diskussionsklima schaffen.

Niemand hat Sarrazin gebeten, sich zu äußern, niemand muss lesen oder hören, was er sagt, und niemand muss sich mit seinen Thesen auseinandersetzen. Aber ein Sarrazin muss sagen dürfen, was er gesagt hat und es ist ein großer Quatsch ihn einen Volksverhetzer zu nennen, der eingekerkert werden muss oder für manche gar vogelfrei wäre. Das erinnert an die Inquisition, was hier in vergleichsweise milder Form passiert. Wäre Sarrazin ein FDP- oder ein CDU-Mitglied, die Sache sähe noch katastrophaler aus. Etwas milder wird da schon ein Lafontaine beurteilt.

Wenn nicht-muslimische Bürger einen strategischen Moscheenbau wittern und als einen Angriff auf ihre Gesellschaft empfinden, dann müssen die Muslime das zunächst einmal ertragen und dem argumentativ begegnen. Es kann nicht sein, dass Bürger der Türkei ihr Land verlassen, weil sie so oder so oder so lieber in Deutschland leben wollen, und dass der türkische Staat dann den Nerv besitzt – unter faktischer und unterstützender Duldung der deutschen Politik – sich in innerdeutsche Angelegenheiten einzumischen, wenn er türkische Interessen meint vertreten zu müssen. Die Türkei, die den EU-Beitritt will, verwahrt sich indes permanent gegen nicht stattfindende Einmischungen von außen gegen deren Angelegenheiten.

Die Dekadenz des Westens und die galoppierende Selbstauflösung

Man darf gespannt sein auf das Zusammentreffen der Gender-Mainstreaming-Front mit den gänzlich anders strukturierten Vorstellungen der Muslime zum Thema Mann und Frau. Gender Mainstreaming ist, so katastrophal diese Wirklichkeit ist, integraler Bestandteil der westeuropäischen und deutschen Politik, und da braucht dieses Land wirklich die Unterstützung der Muslime, um mit diesem Unfug fertig zu werden.

Die Dekadenz des Westens und die galoppierende Selbstauflösung – Vorreiter dieser unheilvollen Entwicklung sind die Grünen – machen es dringend erforderlich, dass Realität und irgendein Ordnungssystem dagegen stehen. Insofern werden die Muslime hierzulande gebraucht, da die christlichen Kirchen total versagen, vorne weg die evangelische.

Den westlichen Gesellschaften, auch der Bundesrepublik ist das Koordinatenkreuz abhanden gekommen. Deswegen läuft die Integration schief, sehr schief. Die deutsche Justiz, immer vorn dabei, wenn irgendetwas daneben geht, spielt gerne mal Administrative und Legislative zusätzlich. Wenn eine deutsche Schulklasse, in die muslimische Schüler integriert werden sollen, keine Klassenfahrten mehr machen kann oder keinen Schwimmunterricht mehr haben kann, weil Muslime das verhindern, dann setzt die Justiz einfach Teufelskreisläufe in Gang, aus denen es kein Entrinnen mehr gibt.

Solche Dinge sind in vielfältigster Ausprägung die tägliche Realität, auf die sich die oberen 10.000 dickbräsig und breitärschig draufsetzen, um es in Sprache und Duktus von Wolf Biermann zu sagen, und da oben so tun, als sei alles in bester Ordnung.

Nichts ist in bester Ordnung, möchte man einer Hildegard Hamm-Brücher zurufen, die in ihrem teutonischen Elfenbeinschloss lebt, weiß, dass sie das Ganze, in das sie sich so heldenhaft einmischt, nichts mehr angeht, und einen Friedrich Merz, der den Versuchsballon „deutsche Leitkultur“ in die Debatte geworfen hat, mit der Wucht ihrer etwas eigenartigen Deutungsmacht in eine komische Ecke gerückt hat. So geht es eben nicht.

Allerorten schreien die großkopferten Politiker, zuletzt Angela Merkel am 3. Oktober in ihrer Wiedervereinigungsrede in Saarbrücken, dass die Bürger Mut und Zivilcourage haben und zeigen sollten. Frau Bundeskanzlerin, das gilt für sie persönlich zu allererst! Sie haben nicht den Mut und die Zivilcourage, substanziell in das Thema Integration einzusteigen! Sie umschiffen jetzt das Thema Sarrazin! Und sie umschiffen das Thema der politischen Unkultur in diesem Land!

Es geht nicht gegeneinander, es geht nur miteinander!

Es sind nicht die Deutschen, die jetzt vorrangig etwas für Integration tun müssen, es sind jetzt die Migranten selber, die etwas tun müssen! Es macht keinen Sinn einen moralischen Spieß in die Welt zu setzen und ihn dann umzudrehen! Es geht nicht gegeneinander, sondern es geht nur miteinander. Aber ein Miteinander kann nur entstehen, wenn Emotionen, Interessen, Potenzen und Engagement von allen Seiten, die Integration wollen, im Wettstreit miteinander treten, frank, frei, fair und friedlich.

Und auch die Migranten müssen sich von der Gewalt aus ihren Reihen distanzieren, das passiert weder individuell im Bereich privater Kriminalität noch politisch in ausreichender Form. Die und den imaginären, bösen Deutschen gibt es nicht und es gibt nicht mehr deutsche Diskriminierung gegen Ausländer als ausländische Diskriminierung gegen Deutsche.

Die Asymmetrie im Bildungsstand und damit auch hinsichtlich der Einkommensverhältnisse zwischen der Mehrheit der Migranten und der Mehrheit der Deutschen ist von niemandem verursacht und von niemandem verschuldet. Diese Asymmetrie ist der Grund, weshalb Migranten nach Deutschland kommen. Ginge es den Deutschen schlechter als den Migranten in ihren Herkunftsländern, würden die Deutschen dorthin gehen, und die Migranten würden nicht herkommen.

Eine eigenartige, regelrecht unheimliche Idealisierung von Menschen ihres Migrantenstatusses wegen ist en vogue, aber steht der Migration kontraproduktiv entgegen. Migranten müssen offenbar gefördert werden, aber das heißt automatisch auch, sie müssen gefordert werden und sie müssen sich fordern lassen. Es wird der falsche Karrierist unter den Migranten von der verfehlten deutschen Integrationspolitik gefordert und heraus gefordert. Die Mehrzahl der Migranten, die Integration wollen, fühlt sich selber von den Migranten gestört, die die Integration stören.

Das Thema Migration ersäuft in massenhysterischer Angst

Sarrazin mag recht oder unrecht, er mag polemisiert haben. Eines ist ihm zu danken und das kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, er hat die vermiefte und verspießte und politisch ideologisch verkorkste und von einigen teutonischen Fanatikern vollkommen in die Irre geführte Integrationsdebatte neu aufgemacht und belebt.

Und jetzt sind die Heuchler schon wieder erfolgreich und ersticken diese kleine Pflanze und versiegeln das Thema noch weiter. Das Thema Migration ersäuft in massenhysterischer Angst vor bösen Islamisten und vielleicht noch böseren Deutschen.

Ausgerechnet Linksfaschisten, die mit ihrer atheistischen Religion die Erzfeinde der Muslime sind, reiten besonders intensiv auf der Integrationswelle und stecken Sarrazin dann auch noch en passent in die rechtsradikale Ecke. Und der muss sich auch noch vergegenwärtigen, dass eine verfassungsfeindliche NPD seine Person instrumentalisieren will.

Wer mag Sarrazin noch öffentlich die Hand geben? Das wäre doch eine gute Sonntagsfrage aus Anlass einer parlamentarischen Feier oder eines großen Gottesdienstes. Die Nachrichtenmacher der Nation müssen sich, was das Thema Integration anbelangt, selber hinterfragen, ob sie nicht desintegrative Einseitigkeiten zu Lasten der deutschen Gesellschaften und zum Wohle ihrer eigenen Karriere feil bieten und müssen prüfen, ob sie nicht ganz anders berichten würden, wenn sich der Mainstream drehte. Na ja, dabei wäre man wieder bei den Mitläufern, die es auch unter den Meinungsmachern zu Hauf gibt.

Zu einem Erfolg auf dem Felde der Integration gibt es keine Alternative

Zu einem Erfolg auf dem Felde der Integration gibt es keine Alternative. Das sollte jedem bewusst sein und daran sollte jeder mitarbeiten und da ist auch Brainstorming erlaubt und erwünscht und auch Irrtümer sind zulässig. Aber mit der plumpen und brutalen Tabuisierung und Fetischisierung des Themas Integration wird die Sache in die Hose gehen, zum Nachteil von 84 Millionen Bundesbürgern.

In einem Punkt hatte Sarrazin zweifelsfrei recht: wenn er sinngemäß sagt, ohne Zahlen zu nennen, dass die 68-er die Stadt Berlin viele viele viele Milliarden Euro gekostet und wirtschaftlich und finanziell ruiniert haben, dann liegt er zweifelsfrei historisch tatsächlich richtig. Das war wahrscheinlich der größte Fehler von Sarrazin, dass er in einem Nebensatz dem Machtblock 68 gleich mit eins auswischte.

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