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2. August 2009

Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

Der Originalartikel von Fjordman ist am 28. Mai 2009 in Gates of Vienna unter dem Titel „Europeans As Victims of Colonialism“ erschienen. Darin entlarvt Fjordman das Märchen vom bösen westlichen Kolonialismus als das was es eben ist: ein Märchen. Er stellt unsere Geschichtsschreibung vom selbsthassenden,  sich linksdrehenden  (Gutmenschen)Kopf auf die Füße der Objektivität.

ritter

Hier meine Übersetzung:

Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

Men Buch „Defeating Eurabia” schliesst das Kapitel „Vierzehn Jahrhunderte Krieg gegen die europäische Zivilisation” mit ein. Dieses Kapitel befasst sich mit der islamischen Kolonisierung und mit Angriffen auf den europäischen Kontinent seit dem siebten Jahrhundert nach Christus. Diese Zeit, in der die Europäer zu Opfern von Kolonialismus und von Sklavenüberfällen wurden, verdient viel mehr Aufmerksamkeit als es derzeit der Fall ist, wo der Fokus fast ausschließlich auf der viel kürzeren Periode der europäischen Kolonialzeit liegt.

2008 wurden von Frankreich Entschädigungen für seine koloniale Vergangenheit in Algerien verlangt. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der französischen Kolonialgeschichte, aber wenn ich mich recht erinnere, engagierten sich die Franzosen auch deswegen in Algerien, weil barbarische Piraten ihre bösartigen Aktivitäten im neunzehnten Jahrhundert immer weiter fortsetzten. Die Zeit der französischen Herrschaft ist die einzige Zeit der Zivilisation, die Algerien seit den Römern erlebt hat. Seit dem siebten Jahrhundert haben Muslime Europa immer wieder überfallen, vor allem die südlichen Regionen, bisweilen aber auch nördlich der Alpen. In der Tat, der einzige Zeitraum während der mehr als 1300 Jahre, in dem sie es nicht getan haben, war die Zeit des europäischen Kolonialismus. Darüber hinaus gibt es jetzt mehr Nordafrikaner in Frankreich, als es jemals Franzosen in Nordafrika gegeben hat. Wenn Nicht-Europäer der Kolonisierung widerstehen können und Eindringlinge vertreiben können, warum können die Europäer nicht das gleiche tun?

Selbst unter den Ländern Westeuropas, haben die wenigsten eine bedeutende Kolonialgeschichte und einige von ihnen, wie Spanien und Portugal, waren zuvor selbst kolonisiert worden. Spanien, das über ein ausgedehntes Kolonialreich verfügte, war selbst einst Opfer des Kolonialismus und zwar deutlich länger, als es ein Kolonisierer war. Wie Ibn Warraq sagt, in seinem Buch „Defending the West“:

„Während die französische Präsenz weniger als vier Jahre dauerte, bevor sie mit Schimpf und Schande von den Briten und Türken vertrieben wurden, waren die Osmanen seit 1517 insgesamt 280 Jahre lang die Herrscher von Ägypten. Auch wenn wir die späteren britischen und die französischen Protektorate mitzählen, war Ägypten nur siebenundsechzig Jahre lang unter westlicher Kontrolle, Syrien einundzwanzig Jahre lang und der Irak nur fünfzehn Jahre – und Saudi-Arabien war nie unter westlicher Kontrolle. Wenn man dies mit dem südlichen Spanien vergleicht, das 781 Jahre lang unter muslimischem Joch war, mit Griechenland – 381 Jahre lang, und mit der herrlichen, neuen, christlichen Hauptstadt, das selbst Rom in den Schatten stellte – Byzanz – das immer noch in muslimischer Hand ist! Aber offensichtlich gibt es weder in der spanischen noch in der griechischen Tradition einen Opferbegriff dafür.“

fregosi

Paul Fregosi nennt in seinem Buch „Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ [ Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert] den islamischen Jihad als „das am wenigsten aufgezeichnete und beachtete Ereignis in der Geschichte.” In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es eine Tatsache des Lebens war in Europa, Asien und Afrika fast 1400 Jahre lang.“ Weiter sagt Fregosi: „westliche Kolonisierung der benachbarten muslimischen Länder dauerte 130 Jahre, von 1830 bis 1960. Muslimische Kolonisierung der benachbarten europäischen Länder dauerte fast 1400 Jahre, von 600 bis Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime … die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren. Un es sind die Europäer, die diese Scham und Schuld bereitwillig auf sich nehmen. Es sollte genau anders herum sein.”

Die Überfälle im Namen des islamischen Jihad begannen im Mittelmeer im siebten Jahrhundert n. Chr. Bespielhaft der muslimische Piratenüberfall von 846. Eine Flotte von arabischen Jihadisten landete an der Mündung des Tiber, marschierte nach Rom, nahm die Stadt ein und stahl alle Schätze, alles Gold und Silber aus dem Petersdom. Der Grund, warum der Vatikan zu einer befestigten „Stadt in der Stadt“ in Rom wurde, waren die wiederholten Angriffe der Muslime (Sarazenen). Hier ist ein Zitat aus dem Buch „Rome: Art & Architecture“[Rom: Kunst & Architektur], herausgegeben von Marco Bussagli:

Als Leos IV größtes Bauvorhaben wird in der Regel die Befestigung des Vatikans angesehen. Nach den Verwüstungungen der Sarazenen im Petersdom, die die christliche Welt zutiefst erschüttert hatte, wurde beschlossen, das Gebiet rund um das Grab des heiligen Petrus zu befestigen. Leo III hatte bereits diese Entscheidung getroffen, aber es war wenig getan worden, weil das Baumaterial gestohlen wurde. Leo IV, der die Aurelianischen Wände, Tore und Türme bereits reparieren lies, vollendete die Befestigung innerhalb von vier Jahren. Am 27. Juni 852 wurden die Wände in Anwesenheit des Papstes und der Geistlichkeit in einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. )…) Der eingeschlossene Bereich bekam den Status einer Stadt mit eigenem Recht, die von der eigentlichen Urbis Romanus abgetrennt wurde.

Diese Angriffe waren die Regel in vielen Regionen Eurasiens, nicht nur in Europa. Der indische Historiker KS Lal etwa stellte fest, dass überall dort, wo Jihadisten ein Gebiet erobert hatten, „diese ein spezifisches, den örtlichen Begebenheiten angepasstes System der Sklaverei entwickelten.“ Als die muslimischen Armeen in Indien einfielen, „wurden seine Bewohner massenweise versklavt, um in fremde Länder verkauft zu werden; alternativ mussten sie niedere oder weniger niedere Arbeiten innerhalb des Landes verrichten.“

Während die Araber die ersten Jahrhunderte der islamischen Epoche dominierten, wurden sie bald von den Türken abgelöst und als Streitmacht sogar übertroffen. Mit der fortschreitenden Eroberung von Anatolien, erniedrigten die Türken die dortige griechische Bevölkerung und andere Nicht-Muslime, indem sie diese zu Sklaven machten: „Sie versklavten Männer, Frauen und Kinder aus allen wichtigen städtischen Zentren und vom Land.“ Türkische Angriffe auf benachbarte europäische Länder dauerten bis weit in die Neuzeit an.

legacy

Dr. Andrew G. Bostom, der Autor des hervorragenden Buches „The Legacy of Jihad“ [Das Vermächtnis des Jihad], schrieb darin über das, was er als „Amerikas ersten Krieg gegen den Terror“ bezeichnete. Thomas Jefferson und John Adams, die damals als amerikanische Botschafter in Frankreich und Großbritannien waren, trafen im Jahr 1786 in London den Botschafter aus Tripolis in Großbritannien, Sidi Haji Abdul Rahman. Diese beiden zukünftigen amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag auszuhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verwüstungen der Jihad-Piraterie ersparen könnte – Mord und Versklavung, die von den so genannten Barbaren Staaten von Nordafrika ausgingen, den heutigen Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Bostom stellt fest, dass „im Juni / Juli 1815 die geschickt kommandierte US-Marine ihren barbarischen Jihadgegnern eine schnelle Serie von vernichtenden Niederlagen zugefügt hatte. Dieser Erfolg entfachte die Fantasie der Alten Welt sich gegen die barbarischen Piraten zu wehren.”

piratenschiffe

Robert Davis, Professor für Geschichte an der Ohio State University, hat eine neue methodische Aufzählung entwickelt, aus der hervorgeht, dass möglicherweise 1,25 Millionen weißer europäischer Christen durch die muslimischen Barbaren versklavt wurden, allein zwischen 1530 und 1780 – eine weitaus größere Zahl als zuvor geschätzt:

Versklavung war eine sehr reale Möglichkeit für jeden, der in die Mittelmeerländer reiste, oder für die Bewohner der Küsten von Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, und sogar von England und Island. Vieles von dem, was darüber geschrieben wurde, vermittelt den Eindruck, dass es nicht viele Sklaven gewesen seien; die Auswirkungen der Sklaverei auf Europa werden heruntergespielt,“ sagte Davis. „Die meisten berechnen die Sklaverei nur auf einen Ort bezogen, oder nur für einen kurzen Zeitraum. Aber wenn Sie einen weiteren, intensiveren Blick rikieren, werden die enorme Reichweite der Sklaverei und ihre starken Auswirkungen deutlich.“

Jihadpiraterie und Überfälle um Sklaven zu fangen wurden eine Tatsache des täglichen Lebens im Mittelmeerraum und um das Schwarze Meer für mehr als tausend Jahre, verbunden mit gelegentlichen Vergeltungsmaßnahmen der Christen. Italien war politisch zersplittert und hatte daher eine schwache territoriale Verteidigung. Noch im siebzehnten Jahrhundert war die Adriaküste eine Gegend, die „kontinuierlich von den Türken überfallen wurde“. Auch eine gut verteidigte Stadt wie Rimini konnte nur wenig Schutz bieten für die lokalen Fischer und die Bauern an den Küsten. Robert C. Davis erklärt in seinem Buch „Christian Slaves, Muslim Masters“:White Slavery in the Mediterranean, the Barbary Coast and Italy, 1500-1800 [Christliche Sklaven, muslimische Herren: Weisse Sklaven im Mittelmeer, an der Barbarischen Küste und in Italien von 1500 bis 1800] :

Italien gehörte zu den am gründlichsten verwüsteten Gebieten im Mittelmeerraum. An der Frontlinie zwischen den beiden sich bekämpfenden Reichen liegend, wurde Italien bekannt als „das Auge der Christenheit“ … Vor allem in den Gebieten, die in der Nähe von einigen der wichtigsten Zentren der Seeräuber lagen (das westliche Sizilien ist nur 200 Kilometer von Tunis entfernt), blühte der Sklavenhandel zu einer rasch wachsenden umfassenden Industrie auf, mit weit in die Zukunft reichenden, katastrophalen Auswirkungen. Alle diejenigen, die an den Bauernhöfen entlang der Küste arbeiteten, sogar 10 oder 20 Meilen vom Meer entfernt, waren nicht sicher vor den Plünderern. Erntearbeiter, Winzer und Olivenbauern wurden häufig bei ihrer Arbeit überfallen und entführt. Die Arbeiter in den Salinen waren oft in Gefahr, so wie Holzfäller und alle anderen ungeschützten Armen, die entlang den Küsten reisten oder arbeiteten: Bedürftige wie Antonia Monte Rosa, die sich selbst „die Ärmsten der Armen in der Stadt Barletta [in Puglia]“ nannte und die ebenso überrascht war, wie die 42 anderen, auch ihre beiden Töchter darunter, als sie während der Ernte vier Meilen außerhalb der Stadt waren. Auch Klöster in Küstennähe waren leichte Ziele für die Piraten.

Fischer waren besonders gefährdet. Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert errichteten muslimische Piraten einen zeitweise besetzten Stützpunkt an der Mündung der Bucht von Neapel, von wo sie kleinere Schiffe angriffen. Umgeben von feindlichen Meeren auf allen Seiten,

repräsentiert das siebzehnte Jahrhundert eine dunkle Zeit, aus der die spanische und italienische Gesellschaft nur noch als Schatten ihrer selbst hervorgingen, verglichen mit dem was sie in ihrem früheren, goldenen Zeitalter einmal waren. Für den Einzelnen können wir beobachten, dass die psychischen Spuren dieses Traumas weit über die Zeit hinaus gingen, in der sich die größeren Gesellschaften zu modernen Staaten umgestaltet hatten, lange nachdem „auch die Erinnerung an diese Hunde, die so viel Leid brachten, verblasst war“. Dieses Trauma drang tief in die Kulturen des europäischen Mittelmeerraums. Diese waren auch noch in den ersten Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts lebendig, als, wie es eine Sizilianerin erzählte, „die Alten [noch] immer von einer Zeit erzählen, in der die Türken jeden Tag nach Sizilien kamen. Sie kamen zu Tausenden runter von ihren Galeeren und du kannst dir vorstellen, was passiert ist! Sie griffen sich die unverheirateten Mädchen und Kinder, packten schnell Sachen und Geld und schon im nächsten Augenblick waren sie [zurück] an Bord der Galeeren, setzten die Segel und verschwanden …. Am nächsten Tag wurden wieder dieselben traurigen Lieder gesungen, und man hörte nichts anderes, als die Klagen und Rufe der Mütter, die Tränen strömten in Sturzbächen durch alle Häuser. “

Piraten aus Nordafrika überfielen Schiffe im Mittelmeer und im Atlantik, genauso wie Dörfer am Meer, um Männer, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen. Die Auswirkungen waren verheerend – Frankreich, England und Spanien verloren jeweils Tausende von Schiffen und über weite Strecken waren die spanischen und die italienischen Küsteneregionen von ihren Bewohnern fast aufgegeben worden.

Auf seinem Höhepunkt, war das Ausmaß der Zerstörung und Entvölkerung bestimmter Gebiete wahrscheinlich deutlich höher, als das was die europäischen Sklavenhändler später im Innern von Afrika anrichteten. Das Leben der europäischen Sklaven war oft nicht besser als das der Opfer des transatlantischen Sklavenhandels, der später in die Fußstapfen des zuvor begründeten islamischen Sklavenhandels in Afrika trat. „Was die täglichen Lebensbedingungen der Mittelmeersklaven anging so hatten sie es sicherlich nicht besser“, sagt Davis. Während die afrikanischen Sklaven mörderische Arbeiten auf Zucker- und Baumwollplantagen in Nord- und Südamerika leisten mussten, arbeiteten die europäischen Sklaven oft genauso schwer und genauso tödlich – in Steinbrüchen, bei umfangreichen Bauvorhaben, aber vor allem als Ruder- und Küchensklaven auf Piratengaleeren.

Junge Engländer lebten stets unter der Gefahr, durch eine Flotte muslimischer Piraten die in ihrem Dorf auftauchten, „besucht” zu werden, oder sie wurden entführt, während sie auf hoher See fischten. Thomas Pellow wurde in Marokko versklavt und dreiundzwanzig Jahre lang von den Barbarenpiraten gefangen gehalten, als er 1716 als Kabinenjunge auf einem kleinen englischen Schiff arbeitete. Er wurde gefoltert, bis er den Islam annahm. Wochenlang wurde er geschlagen und ausgehungert, bis er schließlich nachgab weil sein Peiniger ihn folterte indem er „mein Fleisch durch Feuer von meinem Knochen brannte, was der Tyrann häufig wiederholte, meistens auf eine grausame Art und Weise.“

Im siebzehnten Jahrhundert verloren alleine die Engländer jährlich mindestens 400 Matrosen an die Sklavenhändler. Ein amerikanischer Sklave berichtete von über 130 amerikanischen Seeleuten, die durch die Algerier im Mittelmeer und im Atlantik zwischen 1785 und 1793 versklavt wurden (was die Amerikaner zu der bereits erwähnten militärischen Reaktion bewegte). In seinem Buch „White Gold“ [Weißes Gold], beschreibt Giles Milton, wie regelmäßige Jihad-Überfälle sich bis ins nördliche Europa erstreckten, bis nach Island, wo einige Dorfbewohner in gut dokumentierten Angriffen im siebzehnten Jahrhundert als Sklaven nach Nordafrika entführt und verschleppt wurden.

Wie Murray Gordon in seinem Buch “ Slavery in the Arab World“ [Sklaverei in der arabischen Welt] schreibt, waren die sexuellen Aspekte der Sklaverei sehr wichtig in der islamischen Welt. „Eunuchen erzielten die höchsten Preise unter den Sklaven, gefolgt von den jungen und hübschen weißen Frauen.“ Normalerweise konnten sich nur reiche Mohammedaner weißen Sklavinnen leisten:

„Nach weißen Frauen gab es fast immer eine größere Nachfrage als nach afrikanischen, und die Araber waren bereit, viel höhere Preise für tscherkessische und georgische Frauen aus dem Kaukasus und aus tscherkessischen Kolonien in Kleinasien zu bezahlen. Nachdem die Russen Tscherkessien und Georgien Anfang des neunzehnten Jahrhunderts besetzten und als Folge des Vertrags von Adrianopolis im Jahre 1829 die Festungen zurückbekamen, die die Wege von Tscherkessien in die Türkei kontrollierten, kam der Handel mit tscherkessischen Frauen zum Erliegen. Dies führte dazu, dass der Preis von tscherkessischen Frauen auf den Sklavenmärkten von Konstantinopel und Kairo in die Höhe schoß. Die Situation hat sich völlig geändert in den frühen 1840er Jahren, als die Russen im Tausch gegen eine türkische Zusage zur Einstellung ihrer Angriffe auf die Festungen an der Ostseite des Schwarzen Meeres, heimlich vereinbarten, sich nicht mehr in den Sklavenhandel einzumischen. Dieser uneingeschränkte Handel führte zu einem Überangebot auf den Märkten von Konstantinopel und Kairo. Jetzt konnte sich auch der Ottoman-Normalpascha eine tscherkessische Frau leisten.”

Nach den Weißen, wurden die abessinischen (äthiopische) Mädchen zur „zweitbesten“ Alternative. Je nach Helligkeit der Haut, Attraktivität und Fähigkeiten, lagen die Kosten überall bei einem Zehntel bis zu einem Drittel des Preises einer tscherkessischen oder georgischen Frau. Solange Tscherkessinnen, Slawinnen, Griechinnen und andere weiße Frauen zu erschwinglichen Preisen erhältlich waren, bevorzugten sie die Araber vor den schwarzen. Es ist interessant zu bemerken, dass dieses Muster lange vor der europäischen Kolonialzeit entstand. In diesen Tagen, in denen alles Schlechte in der Welt den Europäern zugesprochen wird, ist es normal zu sagen, dass „Rassismus“ ein Erbe der europäischen Kolonialzeit ist. In der Tat gibt es eine nahezu universelle Vorliebe für helle Haut vor allem bei Frauen, im Nahen Osten, in Asien und in Afrika selbst, die es schon lange vor der europäischen Kolonialherrschaft in diesen Ländern gab.

Laut Murray Gordon „diente Europa während im Mittelalter als eine wertvolle Quelle für Sklaven, die in der muslimischen Welt als Soldaten, Konkubinen und Eunuchen geschätzt wurden. Man konkurrierte aber nicht lange mit Afrika auf diesem Gebiet, weil das christliche Europa, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Versklavung seiner Menschen verweigerte, vor allem die Versklavung durch die verachtete muslimischen Welt. Im größten Teil von Schwarzafrika dagegen gab es keine Regierungen oder Häuptlinge, die sich gegen die Händler stellten, die mit Karavanen und Schiffen auf der Suche nach Sklaven kamen. Bedauerlicherweise wurden viele afrikanische Häuptlinge vielmehr zu Zwischenhändlern, indem sie Bewohner von nahegelegenen Dörfern gegen Waren eintauschten.“

Es gibt einige Beispiele, bei denen Europäer andere Europäer als Sklaven verkauften. Dies taten die Wikinger oder Slawen, insbesondere aber bestimmte Italiener, vor allem die Venezianer. Einige Reeder aus Venedig beluden ihre Schiffe am Schwarzen Meer mit russischen und georgischen Sklaven und verkauften diese an die Türken oder an venezianische Zucker-Plantagen auf Kreta und Zypern. Diese Abart der Sklaverei wurde sowohl von der römisch-katholischen als auch von der byzantinischen Kirche scharf verurteilt, dennoch sollte sie aus Gründen der historischen Genauigkeit erwähnt werden. Sie war aber eindeutig von untergeordneter Bedeutung im Vergleich zu den umfangreichen islamischen Überfällen in Europa viele Jahrhunderte lang.

Die Sklaverei traf in den muslimischen Gesellschaften nie auf einen vergleichsweise starken Widerstand, wie in den christlichen. Erst gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde dort die Sklaverei in Frage gestellt, aber nur als Folge des westlichen Einflusses und unter militärischem Druck des Westens. Murray Gordon schreibt:

Dass die Sklaverei sich in der muslimischen Welt so lange halten konnte – in Saudi-Arabien ist sie 1962 abgeschafft worden und in Mauretanien gar erst 1981–, war der Tatsache zu verdanken, dass sie im islamischen Recht tief verankert war. Durch die Legitimierung der Sklaverei und des Sklavenhandels erhöhte der Islam diese Praktiken zu einem unangreifbaren moralischen Plan. Folglich gab es in keinem Teil der muslimischen Welt jemals einen ideologischen Kampf die gegen die Sklaverei. Die politischen Strukturen und das soziale System in der muslimischen Gesellschaft hätten eine derartige Kampfansage nicht zugelassen. Der Sultan des Osmanischen Reiches und die Potentaten in anderen muslimischen Ländern waren als zugleich weltliche und religiöse Herrscher verpflichtet, den Glauben hochzuhalten. Ein Teil dieser Verpflichtung bestand darin, das Sklavensystems am Laufen zu halten, das einen integralen Bestandteil der islamischen Gesellschaft ausmachte, wie es im Koran ausgeschmückt wird.

Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz, bis heute erlaubt ist. Dass die offene Praxis der Sklaverei in den meisten Teilen der islamischen Welt schliesslich abgeschafft wurde, war dies nur dem westlichen Druck zu verdanken: vom amerikanischen Krieg gegen die Barbarenpiraten bis hin zur Seemacht des Britischen Empires. Die Sklaverei wurde in der gesamten islamischen Geschichte für selbstverständlich gehalten und dauerte länger als der westliche Sklavenhandel.

Robert Spencer erläutert in seinem Buch:“ A Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t“ [Eine Religion des Friedens?: Warum das Christentum eine ist und der Islam nicht] :

Auch gab es keine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, keinen Clarkson, Wilberforce, oder Garrison. Die Beendigung des Sklavenhandels geschah nicht durch muslimische Anstrengungen, sondern durch britische Streitkräfte. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass es in einigen muslimischen Ländern die Sklaverei weiterhin unter der Oberfläche gibt – vor allem in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst im Jahr 1962 abgeschafft hat, in Jemen und Oman (1970) und Niger (Abschaffung der Sklaverei: 2004). Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel behandelt wie Tiere. Es gibt sogar Fälle von Sklavrei in den Vereinigten Staaten, in die Muslime verwickelt sind. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu 27 Jahren Haft verurteilt, weil er in seinem Haus in Colorado eine Frau als Sklavin gehalten hatte. Al-Turki behauptete seinerseits, er sei ein Opfer anti-muslimischer Vorurteile geworden.”

Sklaverei unter Beteiligung von Sachsen, Kelten und Schwarzafrikanern als Sklaven wurde in der griechisch-römischen Welt intensiv praktiziert. Der bekannteste Sklavenaufstand in der römischen Epoche wurde angeführt von Spartacus, einem versklavten Gladiator aus Thrakien, einem Gebiet im heutigen Bulgarien und auf dem Balkan nahe dem Schwarzen Meer. Seine Rebellion wurde im Jahr 71 v. Chr. niedergeschlagen und Tausende von Sklaven wurden entlang der Straßen nach Rom als Warnung für andere gekreuzigt. Dem Rückzug der Sklaverei in Europa folgte die Ausbreitung des Christentums.

Seit der Zeit des Alten Königreichs im antiken Ägypten war die Sklaverei ein wichtiger Bestandteil des afrikanischen Handels mit anderen Kontinenten. Allerdings fiel nach Robert O. Collins und James M. Burns („ A History of Sub-Saharan-Africa“) „der Beginn des islamischen Zeitalters zusammen mit einer starken Zunahme des afrikanischen Sklavenhandels.“ Die Zunahme des Sklavenhandels durch die Sahara stand im Zusammenhang mit dem Sahelreich von Ghana und war eine Reaktion auf die Nachfrage der Märkte des muslimischen Nordafrikas:

„Moralisch wurde die Versklavung der Afrikaner südlich der Sahara durch Muslime durch die Tatsache gerechtfertigt, dass sie „Ungläubige“ (kafirin) waren, die ihre traditionelle Vielgötterei praktizierten und nicht den einen Gott des Islam hatten. Den Bedarf an Sklaven, der sowohl mit Gewalt als auch durch kommerziellen Handel gestillt wurde, belebte den alten, aber schläfrig gewordenen Trans-Sahara-Handel wieder, der zu einem wichtigen Beschaffer für Sklaven für Nord-Afrika und das islamische Spanien wurde. Die frühesten muslimischen Aufzeichnungen über Sklaven, die die Sahara durchquerten von Fezzan aus im Süden Libyens bis nach Tripolis an der Mittelmeerküste, stammen aus dem siebten Jahrhundert, aber vom neunten bis zum neunzehnten Jahrhundert gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen über Plünderungen durch die militanten Staaten der Sahel-Zone, über heidnische Afrikaner, die an muslimische Händler verkauft wurden und durch die Wüste marschierten als profitabelste Ware in ihrem Handelsnetzwerk. Ab dem zehnten Jahrhundert gab es einen stetigen Strom von Sklaven aus den Reichen des westlichen Sudan und dem Tschad-Becken, das sich durch die Sahara erstreckt. Viele starben unterwegs, aber die Überlebenden erzielten einen hohen Gewinn auf den schwirrenden Märkten von Sijilmasa, Tripolis und Kairo.“

Die Ausbreitung des Islam durch arabische Kontakte brachte die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben in die Sub-Sahara des westlichen Afrikas, aber ansonsten kurbelten die Muslime den Sklavenhandel von Ost-Afrika bis zum Indischen Ozean, dem Nahen Osten und dem Persischen Golf an, und einige afrikanische Sklaven wurden bis nach Zentralasien und Indien verschifft.

Während die ausgedehnte portugiesische Teilnahme am transatlantischen Sklavenhandel weithin bekannt ist, weiß jedoch nicht jeder, dass Cristóvão da Gama (1516-1542), Sohn des großen portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama (ca. 1460-1524), in Äthiopien zur Unterstutzung der dortigen Christen kämpfte und dort auch starb. Die Äthiopier waren die einzige afrikanische Nation, die des Lesens und Schreibens kundig war und die nicht unter islamischer Herrschaft stand; sie waren durch die ägyptischen Kopten bereits im vierten und fünften Jahrhundert n. Chr. christianisiert worden, waren aber nach den islamischen Eroberungen vom direkten Kontakt mit der christlichen Mittelmeerwelt praktisch abgeschnitten worden. Portugiesische Söldner kamen, um das äthiopische Königreich vor einer Eroberung durch die Mohammedaner zu verteidigen. (…)

Das was in den folgenden Jahrhunderten zu einer weltweiten Ausdehnung Europas u und zur Erforschung der Meere werden sollte, begann in Portugal im fünfzehnten Jahrhundert mit der Initiative von Prinz Heinrich dem Sefahrer (1394-1460). Die Erforschung der afrikanischen Küsten durch die Portugiesen geschah eher beiläufig. 1415 nahmen sie den nordafrikanischen Hafen von Ceuta ein, der als Basis für die Piraten der moslemischen Barbaren für ihre Angriffe auf die Küsten Portugals diente. Bei diesen Überfällen wurden die Einheimischen als Sklaven gefangen genommen, und mehrere Gebiete wurden durch die wiederholten Angriffe entvölkert.

Einer der wichtigsten Gründe für diese frühe europäische Seeausdehnung war der Wunsch, dem moslemischen Würgegriff zu entkommen, dem der europäische Kontinent so lange unterworfen war. Dies behandelt Norman Davies in seinem umfangreichen Buch „Europe: A History“ [Europa: Eine Geschichte], ausführlich:

Der Einfluss des Islams auf die christliche Welt kann nicht übertrieben werden. Die islamischen Eroberungen verwandelten Europa in ein Zentrum des Christentums. Zugleich hat die islamische Umzingelung die Christen von allen direkten Kontakten mit anderen Religionen und Zivilisationen praktisch abgeschnitten. Die Sperre durch den militanten Islam zwang die [europäische] Halbinsel sich auf sich selbst zu besinnen. Viele der früheren Wege des kommerziellen, intellektuellen und politischen Austausches waren abgebrochen oder verwandelt. Auf dem Feld des religiösen Konflikts blieben dem Christentum zwei Aufgaben: gegen den Islam zu kämpfen und die restlichen Heiden zu bekehren. Er zwang das Byzantinische Reich vordringlich zur ständigen Verteidigung seiner Ostgrenzen, was zu einer Vernachlässigung der Mission im Westen führte. Dies zwang andere, weit entfernte christliche Staaten, sich selbst zu verteidigen und zunehmend lokalen Autonomien und Wirtschaftsunabhängigkeit zu entwickeln. Mit anderen Worten: Er gab den Auslöser für den Feudalismus. Vor allem, indem man das Mittelmeer beherrschte, zerstörte man die Überlegenheit, die die Mittelmeerländer bisher über den Rest Europas ausgeübt hatten.”

balkan

Keine Europäer litten mehr unter dem islamischen Kolonialismus als diejenigen auf dem Balkan. Sir Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker von Mughal Indien, schrieb folgendes über die ‚dhimmitude’, die demütigende Apartheid, die Nichtmohammedanern nach islamischem Gesetz auferlegt wird: „Die Bekehrung der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Die Duldung von Ungläubigen in der Gemeinschaft ist ein notwendiges Übel, aber nur für eine Übergangszeit… Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse, sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. … Kurz gesagt: Nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.“

Diese „modifizierte Form der Sklaverei“ wird heute oft als Gipfel der „Toleranz” bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die niedergemetzelt wurden, was im Genozid türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelte.

Der Balkan, mit seinen engen Verbindungen zu Byzanz, war im Mittelalter ein recht kutiviertes Gebiet, bis die osmanischen Türken grosse Teile davon verwüsteten. Einer der entsetzlichsten Aspekte davon war die Praxis des ‚devshirme’ [Knabenauslese], die Auslese von christlichen Jungen, die gewaltsam zum Islam konvertiert wurden und dazu erzogen wurden, ihre eigenen Leute zu hassen. Andrew G. Bostom zitiert die Arbeit des Gelehrten Vasiliki Papoulia, der den dauernden verzweifelten Kampf der christlichen Bevölkerungen gegen diese gewalttätig auferlegte osmanische Auslese hervorhebt:

Es ist offensichtlich, dass sich die Bevölkerung stark gegen diese Massnahme auflehnte… [und die Auslese] konnte nur gewaltsam ausgeführt werden. Diejenigen, die sich weigerten, ihre Söhne – die gesündesten, ansehnlichsten und intelligentesten – zu übergeben, wurden an Ort und Stelle erhängt. Dennoch haben wir Beispiele für einen bewaffneten Widerstand. Im Jahr 1565 fand eine Revolte in Epirus und Albanien statt. Die Einwohner töteten die Offiziere, die die Rekruten anwarben und die Revolte wurde erst niedergeschlagen, nachdem der Sultan fünfhundert Janitscharen zur Unterstutzung des lokalen Sanjak-Beis entsandte. Dank der historischen Archive von Yerroia sind wir besser informiert über den Aufstand in Naousa im Jahr 1705, bei dem die Einwohner den Silahdar Ahmed Celebi und seine Helfer töteten und dann als Rebellen in die Bergen flohen. Einige von ihnen wurden später gefangen genommen und getötet.”

Die christlichen Untertanen versuchten jahrhundertelang diese grausame Praxis zu bekämpfen:

Da es keine Möglichkeit gab, [der Auslese] zu entkommen, ersann die Bevölkerung mehrere Listen. Einige verließen ihre Dörfer und flohen in die Städte, die befreit waren von der Knabenauslese, oder sie wanderten in venezianisch gehaltene Territorien ab. Das Ergebnis war eine Entvölkerung der Landschaft. Andere ließen ihre Kinder in einem frühen Alter heiraten…Nicephorus Angelus…berichtet, dass zuweilen die Kinder von Zuhause wegliefen, aber als sie hörten, dass die Behörden ihre Eltern gefangen genommen hatten und sie zu Tode folterten, kehrten sie zurück und gaben auf. La Giulletiere zitiert den Fall eines jungen Atheners, der aus seinem Versteck zurückkehrte, um das Leben seines Vaters zu retten und dann beschloss selbst zu sterben weil er nicht seinem Glauben abschwören wollte. Gemäß den Beweisen in türkischen Quellen schafften es einige Eltern sogar, ihre Kinder zu entführen, nachdem sie rekrutiert worden waren. Die erfolgreichste Art der Einberufung zu entgehen, war durch Bestechung. Dass das Letztere sehr weit verbreitet war, kann man an den großen Geldbeträgen sehen, die der Sultan von den korrupten Beamten beschlagnahmt hat.

Lee Harris beschreibt in seinem Buch „The Suicide of Reason“ [Der Selbstmord des Verstands] die Auswikungen des ‚devshirme’ auf die nichtmoslemische, unterworfene Bevölkerung:

Der Leibwächter der Janitscharen ‚hatte die Aufgabe, den Souverän vor inneren und äußeren Feinden zu schützen,‘ schreibt der Gelehrte Vasiliki Papoulia. ‚Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde er einer sehr strengen und speziellen Ausbildung unterworfen. Die Janitscharenausbildung war berühmt in der osmanischen Gesellschaft. Diese Ausbildung machte die geistige Transformation von christlichen Kindern in feurige Kämpfer möglich, für den Ruhm des Sultans und für ihren kürzlich erworbenen islamischen Glauben.‘ Weil die christlichen Jungen in zielstrebige Fanatiker verwandelt werden mussten, war es nicht genug, dass sie in ihre Position einfach gestellt wurden. Sie mussten einer Gehirnwäsche unterzogen werden, wie wir heute sagen würden, und das konnte am effektivsten mit Jungen getan werden, die von allen familiären Beziehungen völlig abgeschnitten worden waren. Indem man die Jungen aus ihren Elternhäusern nahm und sie in eine andere Welt transportierte, stellte ‚devçirme’ sicher, dass es keinen Loyalitätskonflikt zwischen Familie und der Pflicht für das Reich geben würde. Die ganze Loyalität würde auf die Gruppe selbst und auf den Sultan konzentriert.“

Diese Praxis schwächte die christliche Bevölkerung. Noch einmal Harris:

Die Auswahl dieser Alpha-Jungen hatte zwei Effekte, zum einen gut für das Osmanische Reich, zum anderen schlecht für die unterworfene Bevölkerung. Indem man die kritischen Posten im Osmanischen Reich mit Jungen besetzte, die auf der Grundlage ihrer eigenen Leistung und nicht ihrer Familienverbindung hin ausgewählt wurden, schuf das Reich automatisch eine Leistungsgesellschaft – wenn ein Junge zäh, mutig, intelligent und fanatisch loyal war, war er in der Lage sich seinen Weg in der osmanischen Hierarchie selbst zu erarbeiten. Tatsächlich, wie wir gesehen haben, wurde er zu einem Mitglied der herrschenden Elite, obwohl er formal Sklave des Sultans war. Das Osmanische Reich stärkte sich zweifach und zwar durch die Auslese dieser Alpha-Jungen und damit durch die Schwächung seiner unterworfenen Bevölkerung, der man das Beste und Schönste nahm. Dank der Einrichtung von ‚devçirme’ wurden die ‚fitteren‘ christlichen Jungen – die potentiell zu Aufständischen gegen das Reich hätten werden können – zu fanatischen Moslemkriegern, die verwendet wurden, um die Probleme zu lösen, die die ‚weniger fitten‘ christlichen, zurückgelassenen Jungen im Stande waren zu verursachen.

Das am längsten andauernde Vermächtnis der jahrhundertelangen osmanischen Türkenherrschaft auf dem Balkan sind die grossen moslemischen Gemeinschaften. Srdja Trifkovic erklärt in „Kosovo: The Score 1999-2009“, dem Buch, das dem Jahrestag der NATO-Bombardierung Serbiens gewidmet ist, die mit einer ethnischen Säuberung des christlichen Serbiens durch die herrschenden moslemischen Albaner endete:

Die Balkanhalbinsel ist eines der ethnisch und religiös verschiedenartigsten Gebiete der Welt, besonders wenn man sein relativ kleines Gebiet (etwas mehr als 200.000 Quadratmeilen) und die Bevölkerung (ungefähr 55 Millionen) berücksichtigt. In dieser haben östliche, orthodoxe Christen – hauptsächlich Griechen, Bulgaren, Serben und slawische Mazedonier – die leichte Mehrheit von ungefähr 53 Prozent; sunnitische Moslems (11 Millionen Türken in der europäischen Türkei und eine ähnliche Zahl Albaner, slawische Moslems und ethnische Türken woanders) ergeben zusammen 40 Prozent; und römische Katholiken (hauptsächlich Kroaten) liegen um 5 Prozent. Diese Gemeinschaften leben nicht in einer multikulturellen Harmonie. Ihr gegenseitiger Mangel an Vertrauen, der sich gelegentlich in Gewalt verwandelt, ist ein anhaltendes Ergebnis türkischer Herrschaft. Vier hervorstechende Eigenschaften des osmanischen Staates wurden institutionalisiert: religiös gerechtfertigte Diskriminierung von Nichtmohammedanern; persönliche Unsicherheit; unsichere Koexistenz von Ethnien und Glaubensgrundsätzen ohne Vermischung; und die Abwesenheit einer vereinigenden Staatsideologie oder überkonfessionellen Quelle der Loyalität. Es war eine Hobbes’sche Welt, und die brütete eine dazu passende Denkweise aus: das Nullsummen Spiel der Politik, in dem der Gewinn der einen Seite als der Verlust der Anderen wahrgenommen wird. Diese Denkweise hat sich, fast ein Jahrhundert nach dem Zerfall des Reiches nicht geändert.

Trifkovic warnt, dass „die christlichen Gemeinschaften überall auf dem Balkan in einem steilen, langfristigen demografischen Niedergang begriffen sind. Die Fruchtbarkeitsrate ist unter dem Erhaltungsniveau in jedem Land mit christlicher Mehrheit in diesem Gebiet. Die Moslems haben im Vergleich dazu die höchsten Geburtenraten in Europa, zusammen mit den Albanern, die an der Spitze der Tabelle stehen. Auf dem gegenwärtigen level ist es wahrscheinlich, dass die Moslems innerhalb einer Generation die einfache Mehrheit auf dem Balkan erreichen werden.“

Die Kriege auf dem Balkan sind ein direktes Ergebnis des Vermächtnisses des türk-moslemischen Kolonialismus. Also warum fordert niemand, dass die Türken Schadenersatz für ihre ehemaligen Untertanen bezahlen, angefangen bei den Armeniern, die einen Jihad-Genozid vor weniger als einem Jahrhundert erlitten, und weiter mit den Serben, den Bulgaren, den Griechen, den Kroaten und anderen, die alle Jahrhunderte des Missbrauchs und der Ausbeutung seitens der Türken am eigenen Leib ertragen mussten?

Es gibt einen beharrlichen Mythos, dass die wissenschaftliche und industrielle Revolution nur deshalb gelang, weil die Europäer andere Kontinente „ausplünderten“. Das kann leicht widerlegt werden, da es nur wenig Übereinstimmung gibt zwischen Ländern, die umfassende Kolonialreiche hatten und solchen mit hoch entwickelten Wissenschaften und Industrien. Portugal etwa hatte mehrere Kolonien und war ein aktiver Teilnehmer am transatlantischen Sklavenhandel, trotzdem ist es eines der ärmsten Länder in Westeuropa. Auf der anderen Seite Schweden, die Schweiz und Finnland, die alle keine koloniale Vergangenheit haben.

Die Spanier brachten viel Silber und Gold aus ihren Kolonien in Lateinamerika zurück, das manchmal unter sehr harten Bedingungen gefördert worden war. Und doch entwickelten die Spanier nie eine Hauptrolle in der europäischen Wissenschaft und Technologie. Die Italiener waren in der europäischen Wissenschaft viel herausragender als die Spanier, ungeachtet der Tatsache dass sie keine Kolonialgeschichte hatten (…). Das trifft auf Deutschland sogar noch stärker zu. Die Deutschen überholten die Französen und manchmal sogar die Briten im frühen zwanzigsten Jahrhundert in Wissenschaft und Technologie, ungeachtet der Tatsache dass die zwei Letzteren globale Kolonialreiche hatten, wohingegen die Deutschen nur einige, ziemlich bedeutungslose Kolonien hielten.

Wenn wir die poströmische Periode als Ganzes betrachten, entsteht ein Bild, in dem Europa die meiste Zeit unter der Belagerung durch feindliche Fremde stand, aber wider Erwarten erfolgreich war. Bereits vor 1300 n. Chr. hatten die Europäer ein sich schnell ausbreitendes Netz von Universitäten geschaffen, einer Einrichtung, die keine echte Entsprechung in der übrigen Welt hatte. Und es waren Dinge wie mechanische Uhren und Brillen erfunden worden. Es ist leicht, die Bedeutung dieser Dinge zu unterschätzen, aber die Fähigkeit genaue Messungen natürlicher Phänomene zu machen, war enorm wichtig für die wissenschaftliche und industrielle Revolution. Die Fertigung von Brillen führte indirekt zur Entwicklung von Mikroskop und Fernrohr und so zur modernen Medizin und Astronomie. Das Netz von Universitäten erleichterte die Ausbreitung von Informationen und Meinungen und wurde so zum Brutkasten für viele spätere, wissenschaftliche Fortschritte. Alle diese Erfindungen wurden Jahrhunderte vor dem Beginn der europäischen Kolonialpolitik gemacht, tatsächlich zu einer Zeit, als Europa selbst ein Opfer des Kolonialismus war und das schon seit einer sehr langen Zeit. Teile Spaniens waren noch immer unter islamischer Herrschaft, ein aggressiver Jihad wurde von den Türken in den restlichen Byzantinischen Ländern geführt und die Küsten von Frankreich über Italien bis nach Russland hatten Jahrhunderte von islamischen Überfällen ertragen.

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1 Kommentar »

  1. […] Gespeichert unter: islam, terror — willanders @ 15:26 So ähnlich wie Fjordman hier mit dem Vorurteil aufräumt, der Westen sei schuld an und der einzige Urheber des Kolonialismus, so […]

    Pingback von Die Mär vom Krieg des Westens gegen den Islam « Willanders — 6. September 2009 @ 15:28 | Antwort


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