Willanders – Rechts vor Links

22. Juni 2009

Wenn Gutmenschen über „Ausländerproblematik“ schreiben

Filed under: Integration,islam,kultur,politik — willanders @ 14:27
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… dann kommt sowas dabei raus. Thomas Schmid (wem der Name nichts sagt, bitte hier nachschauen), der beim Sturm auf den Springer-Verlag in die oberste Etage geplatzt ist, ist ratlos. Beim näheren Hinsehen aber entpuppt sich sein Blogbeitrag als blosse Provokation. Bei seiner Sponti-Vergangenheit kein Wunder.

Wie anders sind Sätze wie diese zu erklären:

Ich finde es eigentlich niederschmetternd, dass es fast so etwas wie eine Gleichung gibt: Einwanderung = Problem. Ich finde, das ist unserer Gesellschaft nicht würdig.

Dabei sind er, und seine von der Alltagsrealität eines Durchschnittsdeutschen Lichtjahre entrückten „Qualitätsjournalisten“, die einzigen die diese Gleichung setzen. Wie man den Kommentaren unter seinem Beitrag entnehmen kann, ist es den Leuten sehr wohl bewusst, dass es nur die Mohammedaner sind, die nicht intergrierbar sind und es niemals werden. Selbst in seinem eigenen Blatt, DIE WELT, ehemals eine Zeitung und kein Propagandaorgan, stand und steht dann und wann die Wahrheit. Zum Beispiel in Leon de Winters Tagebuch, dokumentiert hier.

Der Beweis, dass Schmid provoziert, erfolgt am 11. Juni 2009 um 17:58 Uhr. Nach Dutzenden von Kommentaren, welche diese Wahrheit in vielen Nuancen, Schattierungen und aus vielen Perspektiven aussprechen, wiederholt Schmid:

Was soll das Gerede von “kulturfremder Einwanderung von Muslimen”? Wir wären ein armseliges Land, wenn wir es nötig hätten, uns vor Menschen anderer Kulturen abzuschließen. Wir mögen unser Eigenes, haben aber Achtung vor anderen Kulturen. Die moderne Welt lebt auch vom Austausch und von der Koexistenz. Wer andere fürchtet und ablehnt, beweist nicht Stärke, sondern ein recht schwaches Ich.

Warum will es in unserem Land nicht gelingen, diesen Erfolg zu wiederholen? Wir sind attraktiv für Einwanderer, sonst kämen sie nicht. Aber unser Land funktioniert nicht so, dass Integration der Normalfall wäre. Das ist kein gutes Zeichen für eine Gesellschaft, die offen sein will und es ja auch ist.

Ich habe keine Zeit und Lust auf Provokationen einzugehen, deshalb unterstelle ich Herrn Schmid für einen Augenblick, dass er den Kern des Problems wirklich nicht begreift.  Dann lese ich diesen Absatz:

Ich kenne all die Gründe, die Ausländer daran hindern, zu Inländern zu werden, und ich weiß auch, dass sie oft selbst daran schuld sind. Aber es müsste doch möglich sein, dass auch in Deutschland – Islam hin, Islam her – die große neuzeitliche Geschichte der Migration ihre Fortsetzung findet. Wir blamieren uns vor unseren ausgewanderten Vorvorfahren, wenn wir immer nur melden können: mission not accomplished.

und frage mich: Wie kann ich jemand zu etwas bewegen, ja zwingen, der selbst etwas nicht will, wie in dem Fall, sich zu integrieren.  Wie soll es dann möglich sein, dass die „grosse neuzeitliche Geschichte der Migration ihre Fortsetzung findet“? Und wer sagt, dass ich das will. Muss ich das wollen?

Wenn trotz der Beiträge kluger Leute im eigenen Blatt, trotz der vielen intelligenten Aussagen überall in den Medien – ausländischen wie deutschen – und im Internet, trotz der Kommentare unter dem eigenen Artikel bei diesem Herrn das Licht im Hinterstübchen immer noch nicht angeht, dann komme ich zu dem Schluss, dass Analphabeten in Deutschland nicht nur aus Anatolien zu uns kommen. Nein! Sie bevölkern auch die zahlreichen Chefredakteursessel in deutschen Zeitungsredaktionen.

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