Willanders – Rechts vor Links

18. Juni 2009

Wenn Gutmenschen zu viel forschen

Filed under: antisemitismus,Integration,islam,politik — willanders @ 23:53

Die Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält – sagte einst Karl Kraus. Man kann aber das Wort „Psychoanalyse“ durch „Kampf gegen Rechts“ ersetzen, dann heisst das ganze „Bildungsarbeit des Jüdischen Museums an Schulen“. Der „Erfurter Islamwissenschaftler“ Michael Kiefer, der Mirko von der „Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus“ (Kiga), der Jochen mit seinem „unfug.de“, äh… „ufuq.de“ und noch ein paar Kumpels therapieren zur Zeit den Antisemitismus jugendlicher Muslime an Berliner Schulen.

Im Rahmen ihrer „Bildungsarbeit“ hat die intellektuelle Speerspitze im Kampf gegen Rechts ein paar Erkenntnisse gewonnen und Aussagen gemacht, die es Wert sind der Nachwelt überliefert zu werden:

„Diese Werte seien zwar ein Hinweis, aber nicht verallgemeinerungsfähig“, sagt der Erfurter Islamwissenschaftler Michael Kiefer zu den Ergebnissen einer Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums von 2007, wonach 15,7 Prozent der Jungendlichen mit muslimischen Wurzeln der Aussage zustimmten, Menschen jüdischen Glaubens seien „überheblich und geldgierig“, bei den übrigen Migranten waren es 7,4 Prozent, bei Herkunftsdeutschen 5,4 Prozent.

„Zwar sei bekannt, dass arabische Fernsehsendungen, in denen antisemitische Inhalte vorkommen, in Deutschland konsumiert werden. Inwieweit das aber hier Einstellungen verändert, darüber wissen wir gar nichts“, sagt Kiefer.

„Ein antisemitisches Weltbild kommt bei den Schülern äußerst selten vor. Bei manchen sind allerdings Fragmente von Antisemitismus vorhanden“, sagt Mirko Niehoff von Kiga. Die Initiative arbeitet zwar mit „gemischten“ Schulklassen, hat aber Konzepte zum Umgang mit Judenfeindlichkeit insbesondere unter jungen Muslimen erarbeitet.

„Wer sich jedoch mit Judenfeindlichkeit speziell unter Migranten beschäftigt, liefert Ausländer- und Islamfeinden scheinbar eine Steilvorlage. Deshalb betonen wir immer wieder: Es ist nicht so, dass die Muslime ein Antisemitismusproblem hätten. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt Niehoff. Die Initiative wolle auf keinen Fall ein Feindbild judenfeindlicher Muslime schaffen, die den Antisemitismus nach Europa bringen, sagt Aycan Demirel von Kiga. Die Arbeit der Initiative sei deshalb immer begleitet von antirassistischer Arbeit.

Islamwissenschaftler Jochen Müller warnt für die pädagogische Praxis davor, provokative Äußerungen (der muslimischen Jugendlichen) „gleich mit dem Etikett des Antisemitismus zu belegen“.

Na, dann sind wir aber beruhigt: Sie meinen es nicht so, sie wollen nur ein bisschen provozieren. Ja dann. Aber den Vogel schiessen die Frau Psychologin Rommelspacher und der Islamexperte Müller ab:

Die Kritik an Israel, die antisemitische Fragmente enthalten könne, erfülle für viele Jugendliche auch eine „gemeinschaftsbildende Funktion“, die umso attraktiver werde, wenn sie sich nicht anerkannt fühlten, So seien die Demonstrationen gegen den Gazakrieg Anfang des Jahres auch „Manifestationen einer arabisch-muslimischen Gemeinschaft“ gewesen.

„Die Nichtanerkennung und mangelnder Respekt gegenüber den Jugendlichen fördert bei vielen von ihnen Feindbilder wie den Antisemitismus“, sagt Müller. „Judenfeindlichkeit unter muslimischstämmigen Jugendlichen hängt zwar stark mit dem Nahostkonflikt zusammen, möglicherweise aber auch mit dem Rassismus ihnen gegenüber hier in Deutschland“, betont auch Birgit Rommelspacher, Psychologin an der Alice-Salomon-Hochschule.

Da bin ich aber beruhigt! Darauf habe ich doch schon seit der ersten Zeile gewartet: „Nichtanerkennung und mangelnder Respekt“ der Deutschen sind schuld am Judenhass der Muslime. Aha! Das muss doch einem nur mal gesagt werden! Wenn ich das nächste Mal ein junges türkisches Paar sehe, werde ich ihm meine Anerkennung dafür zollen, dass er seine Frau resp. Freundin noch nicht ermordet hat. Und sollte ich mal nachts einer marrokanischen Gangstergang in einem dunklen Park begegnen, dann werde ich selbstverständlich meinen Blick senken. Und schon wird Achmadinejad auf die Ausradierung Israels von der Weltkarte verzichten.

Eine treffende Antwort auf die Eingangsfrage der gutmenschlichen Qualitäts-MSM-Journalistin „Wie Pädagogen antisemitischen Äußerungen junger Migranten begegnen können“, lieferte auf Achse des Guten der Bremer Professor Heinsohn:

Liebe Karin Schädler!

Manchmal hilft bei der Aufklärung über Hass gegen Juden auch Information. So kommen von etwa 11 Millionen Muslimen, die seit 1948 Opfer von Gewalt werden, weniger als 50.000 im Krieg gegen Israel um. Gerade eines von 200 muslimischen Opfern verliert also gegen Juden das Leben. Die ganz grosse Mehrheit der Umgebrachten wird von anderen Muslimen getötet. So fordern etwa die Bürgerkriege in Libanon (150.000 Tote), Algerien (200.000 Tote) und Jemen (130.000 Tote) ein Mehrfaches der Opfer des Palästinakonflikts. Ein Frage an die Schüler könnte sogar lauten, warum dieser Konflikt so viel weniger Opfer fordert als rein innerarabische oder innermuslmische. Das ist ja nicht nur jungen Muslimen, sondern auch ihren Pädagogen unbekannt.

Gunnar Heinsohn (Universität Bremen)

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