Willanders – Rechts vor Links

16. Juni 2009

Schulkultur wertet Jungen ab – und macht sie zu Verlierern

Filed under: jungen,männer,männerdiskriminierung,politik — willanders @ 18:08

Dieser Artikel von Gerhard Amendt erschien in DIE WELT am 16. März 2009, 03:42 Uhr

Mehr Psychologen, mehr Sozialarbeiter, eine neue Aufmerksamkeit, Lehrer, die zuhören und ihre Probleme in der Supervision diskutieren. Was fällt uns nicht alles ein, um der Fiktion zu huldigen, dass mörderische Gewalt sich so bannen ließe. (…)   muss die Schule einer der vielen Orte sein, die zur Entstehung des Guten, des Kultivierten wie auch zur Vernichtungswut beitragen. Dass Jungen dort in der jüngsten Vergangenheit in ihren Leistungen absteigen, ist gesicherte neue Forschung. Die Rede ist ganz offiziell von Diskriminierung. Also sind keine Zufälle am Werk, sondern ein System, das absichtsvoll gegen Jungen gerichtet wird. Seltsam, dass Mädchenförderung zum messbaren Abstieg von Jungen führt. Die Förderung der Mädchen sollte Gleichheit zuwege bringen. Dem ist aber nicht so. Keine Angleichung der Leistungsfähigkeit findet statt, sondern etwas Schlimmeres. Dass an manchen Schulen der einzige Mann, den Jungen und Mädchen noch zu Gesicht bekommen, der Hausmeister ist, ist sicher ein Nachteil. Einer, der abgeschafft gehört, der aber das absichtsvolle System der Benachteiligung nicht erklärt.

Haben wir möglicherweise ein Schulsystem und eine Lehrerausbildung, in der die Abwertung der Jungen zum guten Ton selbst universitärer Seminare gehört? Haben wir eine Hasskultur, die sich nicht nur gegen Männer, sondern mittlerweile ebenso gegen Jungen richtet? Eine, die tonangebende Lehrerinnen vorgeben und zu der das Kollegium schweigt.  (…)

Was ist das Schreckliche, das im Klassenzimmer die Atmosphäre prägt, dass am Ende des Schuljahres wie bei der Pisa-Vermessung die Jungen Verlierer sind? Vielleicht war die Hinrichtung vor allem von Mädchen und Frauen wirklich nicht zufällig, sondern ebenso von schrecklichen Erfahrungen eines Jungen geprägt, die er in seiner Seele nicht mehr beherrschen konnte. Wenn eine „Professorin“ verkündet, die Ermordung sei typisch männlich, dann kann man sich die Feindseligkeit ausmalen, die sie in ihre Lehre mischt und die selbstverständlich bis in den Unterricht reicht.

Müssen Jungen an solcher atmosphärischen Alltagsvergiftung nicht verzweifeln? Wie an ihren männlichen Lehrern, die dagegen nicht aufstehen, weil sie alle Hände voll zu tun haben, im Lehrerzimmer selber den Kopf über dem Wasser zu halten.

Wenn wir (…) wissen wollen, welche Komponenten dazu beigetragen haben könnten, dass er Menschen hinrichtete, dürfen wir vor der Jungen abwertenden Schulkultur weder die Augen noch den Mund verschließen. An den Schulen muss sich wirklich etwas ändern.

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