Willanders – Rechts vor Links

14. Juni 2009

Erdogan: Türkei kann Terror erzeugen

Diese Feststellung von Erdogan ist schon ein bisschen älter, aber ich finde, man kann sie nicht oft genug wiederholen: „Europa wird einen hohen Preis in Form anhaltender und wachsender Gewalt durch islamistische Extremisten zahlen, wenn es die EU Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ablehnt“. Das sagte der türkische Premier vor einigen  Jahren als die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei zu scheitern drohten. Ein starkes Stück! und so offenherzig verräterisch. Aber statt den Typen vor das Haager Tribunal zu zerren, kuschen unsere „Eliten“ vor diesem Verbrecher. Unter Menschen mit gesundem Menschenverstand heisst sowas Nötigung. Aber das kennen wir ja von unseren lieben ausländischen Mitbürgern auf der nächtlichen Strasse, im Park und in der U-Bahn zu Genüge.

Auch der Rest des Artikels von Leon de Winter ist lesenswert:

Wir müssen eine Weile die Tore schließen

Von Leon de Winter –   Holländisches Tagebuch (Letzte Folge)

Was bedeutet es, wenn der türkische Premier den Führern Europas sagt, sie würden, so die Londoner „Times“, „einen hohen Preis in Form anhaltender und wachsender Gewalt durch islamistische Extremisten zahlen, wenn es die EU Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ablehnt“? Recep Tayyip Erdogan, der als aufgeklärter Muslim gilt, behauptet also, Europa könne gar nicht anders, als dem Islam die Tore zu öffnen, entweder freiwillig, durch die Aufnahme der Türkei, oder unfreiwillig, infolge extremistischer Gewalt. Und wo genau besteht der Zusammenhang zwischen dem islamistischen Extremismus und der Türkei? Halten uns gemäßigte Muslime nicht dauernd vor, die Mehrheit der gläubigen Muslime habe nicht das geringste mit Extremisten zu tun? Und jetzt stellt Erdogan selbst eine Verbindung zwischen wachsendem Extremismus – seitens verstoßener türkischer Europa-Liebhaber? – und EU-Mitgliedschaft der Türkei her. Das ist infam. Europa hat das Recht, christlich oder säkular oder völlig liederlich zu sein; das ist allein seine Sache. Aber Joschka Fischer und die Seinen setzen Europa lieber den Drohungen eines zutiefst korrupten und gewalttätigen Landes wie der Türkei aus, als mit fester Hand das fragile Erbe der Aufklärung zu verteidigen.

Wir sollten die Arroganz aufbringen, unsere neuen islamischen Mitbürger Verträglichkeit, Individualität und die Rechte und Pflichten des modernen Bürgertums zu lehren, doch wir lassen uns von den Illusionen des Multikulturalismus lähmen. Seit den sechziger Jahren machen wir uns selbst weis, alle Kulturen seien gleichwertig. Wenn das so wäre, wäre Kannibalismus nur eine Frage des Geschmacks.

In den Niederlanden wie in ganz Europa wird der Druck der Intoleranten auf unsere Toleranz zunehmen. Uns bleibt keine andere Wahl: Wir müssen eine Weile die Tore schließen und uns auf die Frage besinnen, wer wir sein wollen und was wir dafür zu opfern bereit sind.

Die WELT

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